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Opsware automatisiert jetzt auch Compliance

24.06.2005
Die Server Automation Suite von Opsware erledigt nun auch die Konformität von Servern und Anwendungen mit ITIL, CobiT, Sarbanes-Oxley, Basel II und Co.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Marc Andreessens Firma Opsware (vor dem Verkauf des Managed-Services-Geschäfts an EDS hieß sie Loudcloud) hat die neueste Version ihrer "Server Automation Suite" (SAS) fertig - eines von drei Kernprodukten neben "Network Automation" und "Asset Management". Das unter dem Codenamen "Darwin" entwickelte neue Release ist das Ergebnis einer sechsmonatigen Entwicklung unter Leitung von Chief Technology Officer Tim Howes, seines Zeichens Miterfinder des Verzeichnisdienst-Standards LDAP (Lightweight Directory Access Protocol).

Zu bereits bekannten SAS-Features wie Data Center Discovery, Provisioning, Konfiguration und Management des laufenden Betriebs gesellen sich in Darwin Automatisierung von Server- und Anwendungs-Compliance sowie die Schnellinstallation "ExpressAutomation" für rasches Deployment der agenten-basierenden und mit gängigen Systems-Management-Frameworks integrierten Opsware-Lösung.

Bei der Compliance-Automatisierung hat Opsware laut Eric Vishria, Director Product Marketing, Best Practices aus Branchen und von Herstellern in das Produkt integriert. Mithilfe der Technik könnten Administratoren neben der Erfüllung regulatorischer Auflagen an die eigenen Bedürfnis angepasste Policies festlegen und diese in Abhängigkeit von Parametern wie Server-Konfiguration, Abteilung oder Anwendung auf neu installierte Hardware übertragen.

Eine korrespondierende "Remediation Engine" sorgt dafür, dass nicht den vorgeschriebenen Regeln entsprechende Rechner automatisch auf den gewünschten Stand gebracht werden. Seine Daten sammelt Opsware dazu in einem zentralen Repository, einer CMDB-konformen Oracle-Datenbank. Das darauf aufsetzende "Compliance Center" gewährt als Dashboard zentralen Einblick in den Stand der Infrastruktur und gibt automatisiert Reports gemäß beispielsweise ITIL, CobiT, COSO, Sarbanes-Oxley (SOX), HIPAA oder GLBA, aus.

Derartige Highend-Features sind aber natürlich nur für einen Teil der Anwenderschaft interessant. "Einsteigern" in die Welt der Rechenzentrums-Automatisierung - Opsware eignet sich nach Einschätzung des Anbieters bereits für Unternehmen ab 200 Servern - will der Hersteller mit der ExpressAutomation entgegen kommen und seiner Technik damit den Weg in den Massenmarkt ebnen - motiviert unter anderem durch die weltweit drastisch steigende Anzahl von Servern durch den verstärkten Einsatz vieler kleinerer x86-basierender Maschinen.

Der US-Handelskette HomeDepot ist es nach Angaben von Sharmila Shahani, Executive Vice President Marketing, mit ExpressAutomation binnen fünf Tagen gelungen, rund 7500 Server in 1500 Filialen unter zentrale Verwaltung zu bringen (Discovery, Agenten-Installation, Deployment, Provisioning. Patching).

Opsware bedient gegenwärtig 246 Kunden - in Deutschland etwa die Deutsche Telekom, Amadeus oder RBS - und hat im Ende Januar abgeschlossenen Fiskaljahr seinen Umsatz um rekordverdächtige 109,4 Prozent auf 37,8 Millionen Dollar gesteigert. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet die Company erneut ein deutliches Wachstum auf bis zu 65,5 Millionen Dollar.

Seine Abhängigkeit von EDS will das Unternehmen zukünftig verringern. Der Dienstleister verwaltet gegenwärtig 20.000 seiner 65.000 Server weltweit über Opsware, was im Fiskaljahr 2004 noch 83 Prozent und 2005 immerhin 54 der gesamten Einnahmen ausmachte. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Shahani nur noch einen Anteil um die 30 Prozent, während die Nicht-EDS-Erlöse um geschätzte 200 Prozent wachsen sollen.

Ende vergangenen Jahres hatte Opsware für 33 Millionen Dollar die Firma Rendition übernommen und sich damit im Bereich Netz-Management verstärkt. Weitere Übernahmen sind laut Vishria nicht ausgeschlossen, denkbare Segmente seien hier Storage-Management oder Service.

In Europa ist das Unternehmen bislang vor allem über Partner präsent, hierzulande mit Siemens Business Services (SBS) und Architur. Für die iberische Halbinsel konnte aktuell Activalia mit Niederlassungen in Madrid, Barcelona und Lissabon als neuer Value-Added-Distributor gewonnen werden. (tc)