Browser-Bauer

Opera wählt Webkit und kauft Skyfire

Thomas Cloer
Thomas Cloer ist verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Die norwegische Softwareschmiede Opera gibt für ihre gleichnamigen Browser die eigene Rendering-Engine "Presto" auf.
Opera-CTO Håkon Wium Lie ist ein bekannter Verfechter von Web-Standards.
Opera-CTO Håkon Wium Lie ist ein bekannter Verfechter von Web-Standards.
Foto: Opera Software

Stattdessen setzt Opera nun auf das von Apple gesponserte, quelloffene Webkit, das auch die Browser von Apple und Google für die Darstellung von Webseiten verwenden. Das teilte die Osloer Firma früher in dieser Woche mit. "Die Webkit-Engine ist bereits sehr gut, und wir wollen uns daran beteiligen, sie noch besser zu machen", erklärte Opera-CTO Håkon Wium Lie. "Sie unterstützt die Standards, die uns am Herzen liegen, und hat die Performance, die wir brauchen. Es ist sinnvoller, wenn unsere Experten mit den Open-Source-Communities an der weiteren Verbesserung von Webkit und Chromium arbeiten, als dass wir unsere eigene Rendering-Engine weiterentwickeln."

In einer Analyse kommt der Branchendienst "t3n" zu dem Schluss, dass mit Operas Schwenk Richtung Webkit die Unternehmen dahinter - eben primär Apple und Google - mehr Einfluss auf die Weiterentwicklung von HTML und dessen Webstandards gewinnen könnten und in der Folge die Bedeutung der bisherigen "Gralshüter" beim W3C abnehmen könnte.

Opera 12.10 mit "Gras"-Theme
Opera 12.10 mit "Gras"-Theme
Foto: Opera Software

Mittlerweile nutzen nach Angaben von Opera 300 Millionen Nutzer mindestens einmal im Monat (MAU) die verschiedenen Opera-Browser für Mobiltelefone, Tablets, Fernseher und Computer. Zum Mobile World Congress (MWC) in Barcelona will die Firma eine Preview ihres nächsten Android-Browsers auf Webkit-Basis präsentieren.

Heute kündigt Opera außerdem die Übernahme der kalifornischen Firma Skyfire Labs an. Das Interesse von Opera gilt dabei wohl weniger deren mobilem Browser als vielmehr der Backend-Software "Rocket Optimizer". Mit diesem Cloud-Dienst können Mobilnetzbetreiber die Größe von Videos und anderen Multimedia-Inhalten automatisch reduzieren, um den Bandbreitenbedarf für die Übertragung zu verringern.

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