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Erste Beta

Opera 10 zündet Kompressions-Turbo

03.06.2009
Von pte pte
Der norwegische Browserhersteller Opera hat heute, Mittwoch, die erste Beta-Version von "Opera 10" veröffentlicht.
So präsentiert sich die Beta von Opera 10 beim ersten Start.
So präsentiert sich die Beta von Opera 10 beim ersten Start.

Die erste Vorabversion von Opera 10 wartet unter anderem mit einem überarbeiteten Nutzer-Interface, visuellen Tabs und einer besser personalisierbaren Speed-Dial-Funktion der bevorzugten Webseiten auf. Für schnelleres Surfen speziell bei langsamen Internetverbindungen wiederum wird die Kompressionstechnologie "Opera Turbo" gezündet. "Das ist ähnlich einer Proxy-Lösung. Die Webseiten werden von der Quelle zu einem Opera-Server geholt, wo sie komprimiert werden, ehe sie an den Browser geschickt werden", so Opera-Sprecherin Katrin Jaakson gegenüber pressetext. Doch auch ohne den Turbo verspricht Opera 10 deutlich schnelleres Surfen gerade auf ressourcenintensiven Webseiten.

Schon die neue Rendering-Engine Presto 2.2 verspricht eine deutlich bessere Performance als noch bei Opera 9.6. So ist Opera 10 laut Hersteller bei Google Mail und Facebook um über 40 Prozent schneller als der Vorgänger. Besonders für Anwender, die etwa durch alte Anschlusstechnologien, providerseitige Bandbreitenbegrenzungen oder stark ausgelastete WLAN-Hotspots mit einer langsamen Verbindung zu kämpfen haben, verspricht Opera Turbo noch mehr Surfgeschwindigkeit. Die Technologie wurde erstmals im Rahmen der CTIA Wireless anhand einer Vorschau auf Opera Mobile 9.7 der Öffentlichkeit gezeigt und wird fester Bestandteil der Opera-Familie. Die komprimierte Übertragung via Opera-Server ist ähnlich dem Ansatz des kompakten Handy-Browsers Opera Mini. Als großer Bruder verspricht Opera Turbo auf PCs mit langsamen Verbindungen eine drei- bis viermal so hohe Surfgeschwindigkeit wie bisher.

Das Userinterface von Opera 10 wurde mithilfe des Designers Jon Hicks komplett überarbeitet, um es für Anwender attraktiver und bequemer zu machen. "Besonders Mac-Nutzern sollte dieses Update der Opera-Oberfläche gefallen", meint Hicks. Doch auch an neuer Funktionalität wurde nicht gespart. Beispielsweise haben User nicht nur die Möglichkeit bekommen, die Größe der Tab-Leiste anzupassen. Es ist nun auch möglich, eine Thumbnail-Ansicht der geöffneten Tabs einzublenden, um sich schneller zurecht zu finden. Diesem Zweck dient auch die bereits bekannte Speed-Dial-Funktion mit Previews der eigenen Web-Favoriten. Hier können Nutzer nun die Zahl der angezeigten Webseiten konfigurieren, von vier bis 25 Stück. Außerdem wird es möglich, einen eigenen Hintergrund einzuspielen. Das Nutzer-Leben leichter macht ferner eine bessere Integration von Webangeboten. So können User einen gängigen Webmail-Dienst als Standard-E-Mail-Programm definieren, das bei Bedarf automatisch geöffnet wird. Bei der Eingabe von Texten in Webprogrammen wiederum unterstützt die integrierte Rechtschreibhilfe in 51 Sprachen, die das Dictionary-Format der Open-Source-Anwendung Hunspell nutzt.

Weitere Verbesserungen gibt es im Bereich der Unterstützung von Webstandards wie Web Fonts, den RGBA- und HLSA-Farbräumen und skalierbaren Vektorgrafiken. "Viele der Verbesserungen stammen aus HTML 5. Operas Unterstützung sollte sich als im Vergleich zu den meisten anderen Browsern sehr gut erweisen", meint Jaakson. Eine wichtige Neuerung ist auch die Update-Funktion. "Der Auto-Updater wird Aktualisierungen für viele Nutzer erleichtern und sicherstellen, dass sie die aktuellste und sicherste Version des Browsers haben", so die Opera-Sprecherin. Die Möglichkeit, die Installation von Updates manuell zu steuern, bleibt aber erhalten. Damit ist Opera 10 Beta auf einem guten Weg in Sachen Patch-Strategie, während schweizer Forscher Opera 9.6 diesbezüglich klar kritisiert hatten. (pte)