Open-Source-Plattform für die Cloud

OpenStack wider die Amazon-Dominanz

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
OpenStack, eine Open-Source-Initiative für Private-Cloud-Plattformen, erfährt derzeit viel Rückenwind. Doch hinter den Kulissen brodelt es, und eine mächtige Konkurrenz setzt sich ab.

OpenStack ist ein Open-Source-Projekt für eine quelloffene Cloud-Architektur, das nach den Vorstellungen der Initiatoren Rackspace und NASA im Cloud-Umfeld einmal eine ähnlich große Bedeutung erlangen soll, wie Apache im Markt für Web-Server und Linux bei den Server-Betriebssystemen. Die Chancen sind da, denn die Liste der Unterstützer wird ständig um bedeutende Namen ergänzt. Jüngst trugen sich IBM und Red Hat ein und versprachen finanzielle Zuwendungen und Hilfe. Zu den mittlerweile über 160 Firmensponsoren zählen unter anderem AMD, Brocade, Dell, Cisco, Citrix, Intel und NetApp. Auch Hewlett-Packard (HP) reiht sich hier ein, der IT-Konzern nutzt das Framework bereits als Kernelement seiner umfangreichen Public- und Private-Cloud-Initiativen (siehe HP drängt in die Public Cloud). Ein weiterer mächtiger Partner ist die Deutsche Telekom. Sie wird ihren angekündigten App-Store "Business Marketplace" auf OpenStack-Basis errichten.

Die Cloud in einer Box: Morphlabs "mCloud Rack Enterprise" nutzt das neue Openstack-Betriebssystem Essex.
Die Cloud in einer Box: Morphlabs "mCloud Rack Enterprise" nutzt das neue Openstack-Betriebssystem Essex.
Foto: MorphLabs

Die 2010 gegründete Initiative erhält damit so viel Zulauf und Rückenwind, dass sie in diesen Tagen bereits zum zweiten Mal die OpenStack Design Summit & Conference in San Franzisko ausrichtet. Erste Anbieter nutzten die Veranstaltung, um neue OpenStack-basierende Produkte vorzustellen. Der IT-Hersteller Morphlabs zeigte etwa einen Cloud-Server namens "mCloud Rack Enterprise". Das System verknüpft einen Dell-Server samt Solid State Drive (SSD) mit der Speichersoftware von Nexenta, einem Switch von Arista und der jüngsten OpenStack-Betriebssystem-Version "Essex". Die vorgestellte Konfiguration dieser "Cloud in der Box" soll rund 150 virtuelle Server unterstützen können. Ab Mai ist sie verfügbar. Eine Ausführung für rund 300 Virtuelle Maschinen soll rund 180 000 Dollar kosten.