OpenRAW: Fotografen aller Länder, vereinigt Euch!

26.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die neu gegründete OpenRAW Working Group will sich dafür einsetzen, dass die Hersteller von digitalen Kameras ihre so genannten RAW-Formate (für noch nicht von der Gerätesoftware berührte Aufnahmen) offen legen und dokumentieren - und zwar für vergangene, aktuelle und künftige Formate. Sie macht sich Sorgen, dass ansonsten viele digitale Aufnahmen schon in absehbarer Zeit wertlos sind.

Ein praktisches Beispiel nennt der deutsche Fotograf Jürgen Specht in einem Posting auf der OpenRAW-Site: Vor dreieinhalb Jahren sei der Fotograf Bill Biggart am 11. September unter den Trümmern des kollabierten World Trade Center umgekommen. Seine Bilder, geschossen mit einer "Canon D30", hätten überlebt. "Die Kamera hat Geschichte gesehen. Nun ist sie obsolet", klagt Specht angesichts der Tatsache, das Canon kürzlich bekannt gab, dass mit der EOS D30 aufgenommene Fotos sich mit der jüngsten Version seiner Editiersoftware schon nicht mehr öffnen lassen.

Bislang verwenden alle namhaften Kamerahersteller in ihren Highend-Digitalkameras leider proprietäre und undokumentierte RAW-Formate (wohingegen einfachere Kameras das offene und standardisierte JPEG-Format verwenden). Adobe Systems bemüht sich bereits seit einiger Zeit, stattdessen sein Format "Digital Negative" am Markt zu etablieren. Dieses basiert auf Version 6.0 des offenen TIFF-Standards und ist ausführlich dokumentiert. Allerdings wird es noch nicht direkt von Kameras unterstützt, sodass man RAW-Bilder vor der Archivierung zunächst aufwändig ins DNG-Format konvertieren muss. (tc)

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