Hybrid Cloud und Data Center Management

OpenQRM 5.1 macht OpenStack und Eucalyptus Konkurrenz

04.10.2013
René Büst ist Technology Analyst & Advisor mit dem Fokus auf Cloud Computing und IT-Infrastrukturen. Er ist Mitglied des weltweiten Gigaom Research Analyst Network und gehört weltweit zu den Top 50 Bloggern in diesem Bereich. Seit Ende der 90er Jahre konzentriert er sich auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie in Unternehmen.
Mit der Open-Source-Plattform openQRM 5.1 können Unternehmen Private- und Hybrid-Cloud-Szenarien aufsetzen und verwalten. Die neue Version hat das Potenzial, den großen Cloud-Stacks OpenStack und Eucalyptus ernsthaft Konkurrenz zu machen.

Einige Features hatte openQRM Projektmanager Matt Rechenburg schon vor längerer Zeit verraten. Das endgültige Release der Cloud-Lösung mit weiteren Funktionen sieht tatsächlich vielversprechend aus. Zwar lässt die Ankündigung im ersten Moment vermuten, openQRM wäre etwas vollkommen Neues, das nun versucht OpenStack oder Eucalyptus den Rang abzulaufen. Doch das ist bei weitem nicht so. openQRM existiert bereits seit 2004 und hat im Laufe der Jahre eine große Funktionsvielfalt aufgebaut.

Das Open-Source Projekt aus Köln geht in der Masse etwas unter, weil die Marketing-Maschinen hinter OpenStack und Eucalyptus auf Hochtouren laufen und deren Lautsprecher um ein Vielfaches größer sind. Dabei muss sich openQRM vor beiden nicht verstecken. Im Gegenteil, mit der Version 5.1 hat das Team um Rechenburg noch einmal kräftig an Funktionen zugelegt und insbesondere die Benutzerfreundlichkeit erhöht.

Hybrid Cloud: Die neuen Funktionen in openQRM 5.1

Auch openQRM-Enterprise sieht im Hybrid-Cloud-Modell eine wichtige Bedeutung für die Zukunft der Cloud. Aus diesem Grund wurde openQRM 5.1 mit einem Plugin für die Unterstützung von Amazon Web Services (AWS), Eucalyptus Cloud und Ubuntu Enterprise Cloud (UEC) erweitert. So können Unternehmen auch mit diesen drei Cloud-Infrastrukturpaketen eine Hybrid Cloud aufbauen. openQRM bindet dabei sowohl AWS als auch Eucalyptus und UEC als weitere Ressourcen-Anbieter für Rechenleistung und Speicherplatz ein. Das System ist so in der Lage, sowohl Public-Cloud-Infrastrukturen als auch lokale virtuelle Maschinen zu verwalten. Damit erhalten Administratoren die Möglichkeit, via openQRM ihren Endnutzern über ein Cloud-Portal zum Beispiel Amazon Machine Images (AMI) transparent bereitzustellen und über das Open-Source-System Nagios den Zustand der virtuellen Maschinen zu überwachen.

Eine weitere neue Funktion ist die sehr enge Integration mit der ebenfalls quelloffenen Software Puppet, mit der Endnutzer lokale virtuelle Maschinen ebenso wie Public Cloud Infrastrukturen mit personalisierten und verwalteten Software-Stacks bestellen können. Die wohl beste technische Erneuerung ist das Berücksichtigen des High-Availability Konzepts der Amazon Web Services. Fällt eine Amazon EC2-Instanz in einen Fehlerzustand, wird automatisch eine neue gestartet. openQRM 5.1 ist dabei sogar in der Lage, den Ausfall einer gesamten Amazon Availability Zone (AZ) zu kompensieren. Sollte eine AZ nicht mehr erreichbar sein, wird die entsprechende EC2-Instanz in einer anderen Availability Zone derselben Region gestartet.

openQRM-Enterprise baut die Open-Source Lösung openQRM konsequent um Cloud-übergreifende Verwaltungslösungen aus. Damit soll es Kunden ermöglicht werden, flexibel über die Grenzen ihrer eigenen IT-Kapazitäten hinweg zu wachsen, wie CEO Matt Rechenburg erläutert.

openQRM verwaltet sowohl interne als auch externe Ressourcen aus der Cloud, darunter etwa Amazon Web Services (AWS).
openQRM verwaltet sowohl interne als auch externe Ressourcen aus der Cloud, darunter etwa Amazon Web Services (AWS).
Foto: Büst René

Neben technischen Erweiterungen legte das Entwicklungsteam auch viel Wert auf Benutzerfreundlichkeit. Die Benutzeroberfläche für den Administrator wurde in openQRM 5.1 vollständig überarbeitet. Das schafft eine bessere Übersichtlichkeit und Benutzerführung. Auch das Dashboard als zentrale Anlaufstelle hat davon profitiert, indem alle Informationen, wie etwa der Status des Rechenzentrums, auf einen Blick angezeigt werden.

Für die openQRM Enterprise Edition wurden ebenfalls neue Funktionen vorgestellt. Dazu gehört ein neues Plugin für die rollenbasierte Zugriffsrechteverwaltung. Dieses erlaubt eine feingranulare Einstellung von Berechtigungen für Administratoren innerhalb des gesamten openQRM-Systems. Damit lassen sich komplette Unternehmenstopologien auf openQRM-Rollen abbilden, um etwa Administratoren, die im Unternehmen nur für die Virtualisierung zuständig sind, auf die Verwaltung und Bereitstellung virtueller Maschinen einzuschränken.

Über das openQRM Cloud-Portal können Benutzer schnell auf unterschiedlichste IT-Ressourcen zugreifen.
Über das openQRM Cloud-Portal können Benutzer schnell auf unterschiedlichste IT-Ressourcen zugreifen.
Foto: Büst René

Zu den Neuerungen in openQRM 5.1 gehört eine verbesserte Unterstützung der Virtualisierungstechnologie KVM, indem nun auch GlusterFS für KVM-Volumes genutzt werden kann. Zudem werden VMware Technologien ab sofort besser unterstützt. Das bedeutet, dass sich nun auch bestehende VMware-ESX-Systeme verwalten, sowie lokale oder über das Netzwerk startbare VMware-ESX-Maschinen installieren und verwalten lassen.