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OpenCores: Open Source für Hardware

18.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ähnlich wie bei im Softwaremarkt könnte Open Source auch im Hardware-Sektor für Umwälzungen sorgen, meinen Experten. Der Verbreitung freier Hardware hat sich das von Damjan Lampret ins leben gerufene Projekt OpenCores.org verschrieben. Einen funktionierenden integrierten Prozessor, der auf quelloffenen Blueprints basiert, hat Lampret auf einer Entwicklerveranstaltung in den USA präsentiert.

Nach Meinung von Lampret würde vor allem die Entwicklung von Embedded-Systemen von offenen Blueprints profitieren. Neben günstigeren Geräten könnte vor allem neue Entwicklungen schneller implementiert werden. Schützenhilfe bekommt Lampret vom Open-Source-Guru Bruce Perens. Nach dessen Ansicht hat OpenCores das Potential, viele Probleme der Community zu lösen. Zum Beispiel könnten die Schwierigkeiten der Linux-Entwickler mit der Unterstützung von WiFi- und 3D-Karten schwinden.

Branchengrößen wie Intel sehen zurzeit keine Konkurrenz in der Open-Source-Bewegung - nicht zuletzt angesichts der Leistungsdaten des OpenCore-Prozessors. Im Vergleich zu der über drei Gigahertz schnellen Taktrate aktueller Pentium-CPUs bietet er schmale 160 Megahertz. Auch die für komplexe Rechenschritte notwendigen Fließkommaberechnungen werden nicht unterstützt.

Allerdings behinderten existierende Hardwarepatente die Entwicklung des Prozessors, heißt es in der Open-Source-Szene. Dem stimmte auch Intel-Sprecher Chuck Malloy zu. Demzufolge wurden bislang rund 100.000 Patente im Zusammenhang mit Prozessortechnologien angemeldet. Ein freies Design für Chips zu entwickeln sei deswegen äußerst schwierig.

Der Haupt-Server von OpenCores.org steht in Slowenien. Bislang gibt es einen Mirror in Indonesien. Lampret, der eigenen Angaben zufolge die Kosten des Projekts alleine trägt, rechnet jedoch damit, dass weitere Spiegel-Server eingerichtet werden. Blueprints können im Rahmen von OpenCores sowohl über GNU- als auch über BSD-Lizenzen zur Verfügung gestellt werden. (lex)