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Open-Text-CEO: Fressen oder gefressen werden

17.07.2006
Der Chef von Open Text verteidigt den Versuch, den Wettbewerber Hummingbird zu akquirieren.

In einem sich rasant konsolidierenden Markt können Akquisitionen über das langfristige Überleben einer Firma entscheiden, sagte Open-Text-CEO John Shackleton vergangene Woche gegenüber Analysten. Der Manager verteidigte den Vorstoß des Unternehmens, den ebenfalls aus Kanada stammenden Wettbewerber Hummingbird für 483 Millionen Dollar kaufen zu wollen. Dabei bietet Open Text einen Dollar pro Aktie mehr als der bisherige Kaufinteressent Symphony Technology Group.

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre habe Open Text seine Größe durch Übernahmen verdoppelt, so Shackleton weiter. Ohne die Zukäufe wäre man vermutlich inzwischen selbst übernommen worden: "Es geht um die Frage, ob man kauft oder selbst gekauft wird", argumentierte der Manager. Ein Grund sei der Trend, dass sich die zentralen Informations-Management-Programme des Unternehmens immer mehr zu einer "Commodity" - also einem überall in vergleichbarer Form erhältlichen Gut - entwickelt hätten. Folglich habe sich Open Text zwischen einem Konfrontations- und einem Schmusekurs zu den großen Anbietern Microsoft und Oracle entscheiden müssen. Shackleton wählte in beiden Fällen die Kooperation, was zu Spekulationen geführt hatte, dass die Kanadier durch einen der beiden IT-Konzerne übernommen werden könnten.

Einige Analysten kritisierten die versuchte Übernahme von Hummingbird durch Open Text, da ihnen die Produktportfolien beider Firmen zu viele Überschneidungen aufweisen. Zudem habe es das Unternehmen versäumt, seine bis dato getätigten Zukäufe wie beispielsweise Ixos technisch und strategisch zu integrieren. (ajf)