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Open-Source-Server Jboss ist offiziell Java-zertifiziert

19.07.2004
Als erster Open-Source-Server hat Jboss die Zertifizierung für Java 2 Enterprise Edition 1.4 durchlaufen. Vergleichbare Projekte wie Apache Geronimo oder Jonas (Objectweb) dürften in Bälde nachziehen.

Der Java-Applikations-Server "Jboss" hat als erster Open-Source-Server die von Sun Microsystems vorgeschriebenen Kompatibilitätstests für die Java 2 Enterprise Edition (J2EE), Version 1.4, durchlaufen. Möglich wurde dies, weil Sun im November letzten Jahres seine Auflagen für die Zertifierung gelockert hatte und nun auch quelloffene Produkte zuläßt. Spätestens bis zum Jahresende will nun der kommerzielle Anbieter Jboss Inc. eine vollständig J2EE-kompatible Version 4.0 des Servers fertigstellen. Zugleich wird erwartet, dass auch die vergleichbaren Open-Source-Projekte "Geronimo" der Apache Software Foundation sowie "Jonas", das vom europäischen Objectweb-Konsortium betreut wird, sich noch in diesem Jahr einer J2EE-Zertifizierung unterziehen werden.

Jboss hatte im Februar unter anderem von Intel, Borland und Hewlett-Packard eine finanzielle Unterstützung in Höhe von insgesamt rund zehn Millionen Dollar erhalten. Mit diesem Geld will der Anbieter nicht nur sein Service- und Support-Geschäft ausbauen, sondern zahlte jetzt auch die Gebühr an Sun, die laut Presseberichten im oberen sechstelligen Dollarbereich liegt. Zudem denkt das Management über Zukäufe von Technik und Mitarbeitern nach. So könne sich der Jboss-Server laut Analystenmeinung mittlerweile mit Produkten von Bea Systems, IBM oder Sun messen. Er biete aber nicht die immer umfangreicheren Erweiterungen an Integrationstechnik jener Anbieter, die im Markt verstärkt nachgefragt werden. Angesichts des relativ kleinen Budgets wird indes erwartet, dass Jboss Inc. nur kleine Zukäufe tätigen kann. (as)