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Open-Source-Lizenzen von Microsoft?

27.07.2007
Der Softwarekonzern hat seine Shared-Source-Lizenzen der Open Source Initiative zur Genehmigung vorgelegt.

Bill Hilf, Microsofts General Manager Platform Strategy, hat gestern auf der jährlich vom Verlag O'Reilly veranstalteten Open Source Conference (Oscon) eine Keynote-Rede gehalten. Dabei überraschte er nach einem Bericht von Peter Galli, Redakteur des Nachrichtendienstes "eWeek", mit der Erklärung, sein Unternehmen habe seine Shared-Source-Lizenzen der Open Source Initiative (OSI) zur Genehmigung vorgelegt. Die OSI entscheidet über die Anerkennung von Lizenzen für Open-Source-Produkte. Hilf sagte: "Microsoft und die OSI befinden sich gegenwärtig darüber in einer Diskussion, und weitere Details werden in den kommenden Wochen zugänglich gemacht."

Hilf wies auf eine neue Microsoft-Web-Site hin, die zusammenfassend die Positionen des Unternehmens gegenüber Open Source darstellen soll. Auf Nachfrage lehnte die Microsoft-Pressestelle in Redmond eine weitere Stellungnahme ab. Mit den Verhandlungen vollzieht das Unternehmen eine Abwendung von seiner bisherigen Politik gegenüber der OSI, die auch Manager Hilf bisher als Microsoft-feindlich abgetan hat. Die Redmonder haben bisher keine ihrer Lizenzen der OSI zur Anerkennung vorgelegt. Die dort im letzten Jahr zur Begutachtung vorgelegte Microsoft Community License hat eine Privatperson eingereicht. Die OSI sieht sich seit einiger Zeit massiver Kritik an der Vielzahl der von ihr zugelassenen Lizenzen – es sind inzwischen mehr als 50 – ausgesetzt. Außerdem kämpft die Initiative gegen missbräuchliche Verwendung des inzwischen für Marketing-Zwecke attraktiven Begriffs Open Source (mehr hier). (ls)