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Open-Source-Lizenz für Attribute – Ende des Ärgers?

03.08.2007
Der zweite kritisierte Hersteller wechselt auf die Common Public Attribution License (CPAL) der Open Source Initiative.

Auch das Unternehmen xTuple – früher OpenMFG – hat die neue CPAL übernommen. Der Anbieter der Open-Source-ERP-Lösung "PostBooks" nahm nur einen Tag nach der Vorstellung dieses Produkts die damit verbundene eigene "xTuple Public License" zurück. Diese basierte auf der Mozilla-Lizenz, die in Zusätzen die Verwendung des Anbieterlogos bei der Nutzung der Software zur Vorschrift machte. Die Open-Source-Community hat auf solche, in letzter Zeit grassierende "Attributionslizenzen" allergisch reagiert. Die für die Genehmigung von Open-Source-Lizenzen einzig zuständige Open Source Initiative (OSI) hat ein härteres Durchgreifen angekündigt (mehr dazu hier).

Im Gegenzug hatte die OSI kürzlich die Common Public Attribution License (CPAL) eingeführt, die regelt, unter welchen Auflagen Softwareanbieter bei der Weiterverwendung eines quelloffenen Programms die Integration ihres Firmenlogos verlangen können. Dieses zu verlangen erscheint manchen Entwicklern besonders dann angebracht, wenn fremde Unternehmen Open Source benutzen oder weiterentwickeln, aber genau genommen keinen Quellcode weitergeben. Das ist beispielsweise bei gehosteten Applikationen oder bei Software-as-a-Service (SaaS) der Fall.

Die CPAL hat Ross Mayfield, Chef des Enterprise-Wiki-Anbieters Socialtext, formuliert. Sein Unternehmen war zuvor wegen einer eigenen Attributionslizenz auf Mozilla-Basis in die Kritik geraten, zeigte sich dann aber bemüht um eine Kooperation mit der OSI. Mayfield schätzt, dass es 40 Unternehmen geben dürfte, für welche die CPAL attraktiver ist, als eine eigene Mozilla-basierende Attributionslizenz zu entwickeln – und anschließend Ärger mit der Community zu bekommen. (ls)