Linux-Rückblick

Open-Source in KW 18 bringt langerwarteten GIMP 2.8

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die Bildbearbeitungs-Software GIMP gibt es zwar nicht nur für Linux, ist in dem Open-Source-Betriebssystem derzeit aber die einzige wirkliche Alternative zu Adobe Photoshop.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Neuerungen in KW 18. Mandriva ist vorerst gerettet und plant für die Zukunft. GIMP 2.8 bietet den lange ersehnten Einzelfenstermodus. In einer Abstimmung haben sich Community-Mitglieder für einen Codenamen für Fedora 18 entschieden.

Neben diversen neuen und aktualisierten Distributionen gibt es außerdem eine weitere Wartungs-Ausgabe von LibreOffice 3.5.x.

Bildbearbeitung mit GIMP 2.8

Über drei Jahre Entwicklungszeit haben die GIMP-Entwickler in Version 2.8 gesteckt. Eigentlich sollte die beliebte Bildbearbeitungs-Software in dieser Version schon viel früher erscheinen. Wegen Personal- und Zeitmangels hat sich GIMP 2.8 allerdings um einiges verspätet.

Die wohl am meisten diskutierte und auch sichtbarste Neuerung ist der Einzelfenster-Modus. Bisher hat sich GIMP die Tool-Kästen in vielen kleinen Fensterchen angezeigt. Viele Anwender sind von dieser Herangehensweise große Fans. Vor allen Dingen mit mehreren Bildschirmen kann man das Foto auf einem und die Tools auf einem weiteren Bildschirm verteilen. Andere Nutzer fanden diesen Multifenster-Modus einfach nur grauenvoll.

Nun haben GIMP-Fans die Wahl. Sie können zwischen den beiden Modi hin- und herschalten. Die letzte Einstellung wird dabei gespeichert und bei einem Neustart wieder angezeigt.

Ebenfalls komplett anders ist das Speichern von Bildern. Wer eine Grafik speichern möchte, dem wird nur noch das GIMP-eigene XCF-Format angeboten. Wollen Sie ein JPG oder PNG erzeugen, funktioniert das via Exportieren. Laut Aussage der Entwickler verhindert diese Trennung die lästige Meldung, dass alles auf eine Ebene zusammengefasst werden muss.

Ebenen lassen sich nun in Gruppen zusammenfassen. Mit dieser Baumstruktur ist eine komplexe Bearbeitung von Projekten übersichtlicher und der Anwender hat mehr Möglichkeiten.

Bei der Veränderung von Bildgrößen können Sie nun auf einfache Mathematik zurückgreifen. Sie finden alle Details zu GIMP 2.8 in den offiziellen Versionshinweisen. Den Quellcode gibt es im Download-Bereich der Projektseite.

LibreOffice 3.5.3

Mit der vierten Version von LibreOffice 3.5 versprechen die Entwickler weitere Verbesserungen. Ausgabe 3.5.3 soll noch stabiler sein. Allein im April freut sich The Document Foundation über 34 weitere Entwickler. Zehn davon sind Studenten, die im Rahmen des GSoC 2012 angeworben werden konnten. Sie sollen sich vor allen Dingen um mehr Geschwindigkeit bei der Tabellenkalkulation Calc. Via Telepathy sollen Anwender bald gemeinsam an Tabellenkalkulationen arbeiten können.

Ebenso sollen die Studenten an einer Java-basierten GUI für einen Android-Viewer basteln. LibreOffice 3.5.3 gibt es für Windows, Mac OS X und Linux als kostenlosen Download. Für letzteres stehen deb- und rpm-Pakete für die Architekturen x86 unx x86_64 zur Verfügung.

Mandriva vorerst gerettet

Die traditionsreiche Linux-Distribution Mandriva ist mal wieder der Insolvenz entronnen. Nach monatelangem Bangen kam nun die frohe Botschaft von Jean-Manuel Croset. Die Anteilseigner hätten einer Neufinanzierung zugestimmt und bis Mitte Mai will man eine Strategie vorlegen.

In einem weiteren und etwas ausführlicheren Beitrag spricht Croset dann von einer Konzentration auf die Produkte, die eine Chance auf dem Markt haben. Was damit genau gemeint ist, will die Mandriva-Führung bald bekannt geben.

Bleibt die Frage, ob sich Mandriva vom letzten Tiefschlag erholen kann. Abtrünnige haben nach einem Zoff mit der Spitze vor über einem Jahr das Mageia-Projekt gegründet, dem sich viele Mandriva-Entwickler angeschlossen haben. Hier wird bald eine zweite Version ausgegeben.

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