Linux-Wochenrückblick

Open Source im Zeichen der Datenrettung

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Neben zwei wichtigen und beliebten Distributionen für die Datenrettung und -sicherung, gibt es auch eine zweite Alpha-Version von Ubuntu 12.10 "Quantal Quetzal".

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen der Kalenderwoche 26 aus den Themengebieten Open Source und Linux. Neue Ubuntu-Versionen sind immer eine große Sache. Zwar kommt die finale Version zu 12.10 "Quantal Quetzal" erst im Oktober, aber die Entwickler haben diese Woche eine zweite Alpha-Version ausgegeben.

Darüber hinaus gibt es aktualisierte Versionen von Parted Magic und dem kostenlosen Klon-System Clonezilla. Erstere beinhaltet zweitere sogar. Fedora 17 "Beefy Miracle" wurde für IBM System z ausgegeben und Oracle hat sein Unbreakable Linux auf Version 6.3 aktualisiert. Der Initiator von KDEs Dateimanager Dolphin wirft das Handtuch.

Ubuntu 12.10 "Quantal Quetzal" Alpha 2

Mark Shuttleworth hatte für Ubuntu 12.10 viele kosmetische Veränderungen und einen neuen Anstrich versprochen. Davon sieht man in der zweiten Alpha der Distribution noch nichts. Allerdings hat sich unter der Haube gegenüber Alpha 1 einiges geändert.

Neu ist zum Beispiel Linux-Kernel 3.5, der auf dem Upstream-Kernel 3.5 RC4 basiert. Ebenfalls ist Python 2 nicht mehr in den regulären ISO-Abbildern vorhanden. Die Entwickler setzen voll auf Python 3. Allerdings lässt sich Version 2 noch aus den Repositories installieren.

In Sachen Dateisysteme wurden die btrfs-tools auf Ausgabe 2012-03-28 aktualisiert. Damit bringt Ubuntu 12.10 Alpha 2 anfängliche Unterstützung für btrfsck mit sich. Auch die e2fsprogs bekamen ein Update. Hier wurde einiges nachgebessert, besonders im Bezug auf Dateisysteme größer als 16 TByte. mdadm 3.2.5 kann mit den Formaten Common RAID Disk Data Format (DDF) und Intel Matrix umgehen. Außerdem gibt es verbesserte udev-Regeln.

Firefox und Thunderbird sind in den aktuellen Beta-Versionen, sprich 14, vorhanden. GTK haben die Entwickler auf die neue 3.5-Serie aktualisiert. Somit sind bereits einige der GNOME-3.5-Updates freigeschalten. Kubuntu enthält KDE SC 4.9 Beta 2. Bei diesem Ubuntu-Abkömmling haben die Entwickler LibreOffice durch die Calligra Suite ersetzt. Diese Entscheidung ist aber noch nicht final.

In Sachen Server gibt es Abbilder für Calxeda Highbank. Diese sind als Download verfügbar und die Entwickler verweisen Interessierte auf diese Installations-Anleitung. Sie finden alle weiteren Informationen zu Ubuntu 12.10 Alpha 2 in den Veröffentlichungshinweisen. Download-Links finden Sie in der offiziellen Ankündigung.

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Parted Magic 2012_06_26

Die neueste Version der beliebten Datenrettungs-Distribution Parted Magic enthält neben den üblichen Software-Updates zwei wichtige Neuerungen.

Zum einen liefern die Entwickler den proprietären NVIDIA-Treiber mit aus. Allerdings ist dieser nicht auf dem herunterladbaren ISO-Abbild enthalten. Die Gründe dafür sind offensichtlich - unfreie Software. Der Grafikkarten-Treiber ist als Modul erhältlich, der sich nachträglich installieren lässt. Wenn Sie das in Betracht ziehen, müssen Sie allerdings den Nouveau-Treiber im "Fail Safe"-Menü deaktivieren. Die binären NVIDIA-Treiber finden Sie hier.

Darüber hinaus hat Samba - Version 3.5.14 - Einzug gehalten. Somit steht Ihnen nun ein Datei-Server auf der Distribution zur Verfügung, auf den Sie ohne große Umwegen auch mit Windows zugreifen können. Ebenfalls erwähnenswert ist das Browser-Update auf die neueste Firefox-Ausgabe 13.0.1.

Für Schnellzugriffe haben die Entwickler Symbole für Clonezilla und das "Erase Disk"-Programm auf die Arbeitsfläche gelegt. Weitere Informationen stellen die Entwickler auf der News-Seite des Projekts zur Verfügung. Im Download-Bereich können Sie den Datenretter kostenlos herunterladen.

Clonezilla Live 1.2.12-67

Die neueste Ausgabe des kostenlosen Klon-Systems ist eine Wartungs-Ausgabe, die kleinere Änderungen mit sich bringt. Zum Beispiel ist Linux-Kernel in Version 3.2.20-1 vorhanden. Das darunter liegende Betriebssystem wurde auf Debian Sid mit Stand vom 20. Juni 2012 aktualisiert.

Die Entwickler haben einen Fehler im Zusammenhang mit Fedora 17 "Beefy Miracle" und GRUB 2 behoben. Weitere Informationen finden Sie auf sourceforge.net. ISO-Abbilder gibt es im Download-Bereich des Projekts.

Oracle Linux 6.3

Die von Oracle ausgegebene Linux-Distribution basiert bekanntlich auf Red Hat Linux, die ihr Flaggschiff vor kurzem auf Version 6.3 aktualisierten. Nun zieht Oracle nach und stellt ebenfalls Ausgabe 6.3 zur Verfügung.

Der per Standard installierte "Unbreakable Enterprise Kernel" ist als Version kernel-uek-2.6.39-200.24.1.el6uek vorhanden. Alternativ steht der "Red Hat Compatible Kernel" kernel-2.6.32-279.el6 bereit. Interessierte finden weitere Informationen in der offiziellen Ankündigung und den Veröffentlichungs-Hinweisen.

Fedora 17 "Beefy Miracle" für IBM System z

Die Entwickler von Fedora 17 für IBM System z haben eine neue Version zur Verfügung gestellt. Wegen einer kleinen Inkonsistenz musste in letzter Minute laut eigener Aussage noch einmal gebastelt werden.

Man sei wieder etwas näher an die Hauptausgabe herangerückt. Diese Aussage bezieht sich auf die Anzahl der verfügbaren Pakete. Weitere Informationen und Download-Links finden Sie in Fedoras Mailing-Liste und dem entsprechenden Wiki.

KDE nicht mehr konkurrenzfähig

Peter Penz war der Initiator des Dolphin-Projekts. Diese Software ist mittlerweile der Standard-Dateimanager in KDE. Nach KDE SC 4.9 ist aber Schluss. Einerseits koste ihn das Projekt immer mehr Zeit, auf der anderen Seite hält er KDE nicht mehr für konkurrenzfähig. Warum das so ist, wollte er allerdings nicht sagen. Er verabschiedet sich mit den Worten, dass es ihm viel Spaß gemacht hätte und das Projekt in den Händen von Frank Reininghaus gut aufgehoben ist. (ph)