Gartner

Open Source dringt in alle Unternehmensbereiche vor

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Fast alle von Gartner befragten Firmen setzen Open-Source-Software ein oder planen dies. Die Marktforscher raten IT-Verantwortlichen deshalb dringend, Richtlinien zur Nutzung quelloffener Systeme zu erstellen.

Das Marktforschungs- und Beratungshaus Gartner stützt sich auf eine Umfrage unter 274 Anwenderunternehmen aus Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Demnach nutzen bereits 85 Prozent in irgendeiner Form Open-Source-Software. Weitere 15 Prozent planen einen Einsatz in den kommenden zwölf Monaten.

Überraschend ist vor allem die Erkenntnis, dass Unternehmen in neuen IT-Projekten Open-Source-Software fast ebenso häufig für geschäftskritische Zwecke einsetzen wie für weniger bedeutende Bereiche. Trotzdem haben laut Gartner 69 Prozent der Betriebe noch keinerlei formale Richtlinien zum Katalogisieren und Bewerten der Open-Source-Nutzung entwickelt. "Nur weil etwas gratis ist, heißt das nicht, dass dafür keine Kosten entstehen", kommentiert Laurie Wurster, Research Director bei Gartner. Unternehmen müssten klare Regeln für die Beschaffung quelloffener Software setzen und dabei auch die Risiken identifizieren, die sich aus urheberrechtlichen Fragen oder dem benötigten Support für die genutzten Systeme ergäben. Einmal formulierte Richtlinien sollten über einen Governance-Prozess durchgesetzt werden, rät die Analystin.

Einsatzgebiete von Linux und Co.

Dessen ungeachtet setzen Unternehmen in immer mehr Bereichen auf Open-Source-Komponenten. Dabei liegen die klassischen Einsatzgebiete noch immer in der IT-Infrastruktur. So nutzen 52 Prozent der Befragten quelloffene Software in Form von Server-Betriebssystemen wie Linux, 23 planen dies innerhalb der nächsten 12 Monate. Ähnlich die Situation bei Datenbank-Management-Systemen (DBMS): 52 setzen dafür bereits Open-Source-Produkte ein, 19 Prozent verfolgen entsprechende Pläne (siehe auch: Freie Datenbanken im Vergleich).

Darüber hinaus finden auch quelloffene Business-Anwendungen zunehmend ihren Platz in den Unternehmen. So lag beispielsweise der Einsatzgrad von CRM-Systemen auf Open-Source-Basis in der vergleichbaren Gartner-Studie aus dem Jahr 2007 noch bei 16 Prozent. Im laufenden Jahr gaben bereits 20 Prozent an, entsprechende Produkte zu nutzen (siehe auch: Die zehn besten Open-Source-Anwendungen für Unternehmen).

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