Die Alternative zu Linux

Open-Source Desktop PC-BSD 7 im Test

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Geht es um quelloffene Betriebssysteme, denken die meisten an Suse Linux oder Ubuntu. Doch das BSD-basierende freie Desktop-System PC-BSD bietet eine besonders anwenderfreundliche Alternative. Die CW-Schwesterpublikation TechChannel.de hat PC-BSD 7 (Codename Fibonacci) unter die Lupe genommen.
Fibonacci-Edition: PC-BSD als benutzerfreundlichere Alternative zu Linux.
Fibonacci-Edition: PC-BSD als benutzerfreundlichere Alternative zu Linux.

Eigentlich ist FreeBSD eher als Server-Betriebssystem bekannt. Doch das von Kris Moore gegründete Projekt PC-BSD hat sich einen einfach nutzbaren Desktop auf die Fahnen geschrieben, der ebenso wie die anderen BSD-Derivate unter der BSD-Lizenz steht. Das bedeutet, die Software darf freí verwendet, verändert, kopiert und weitergegeben werden. Die BSD-Lizenz ähnelt der in der Open-Source-Welt weit verbreiteten GNU General Public License (GPL), gilt aber als noch liberaler.

Betrachtet man nur die Versionsnummer, ist PC-BSD 7 ein großer Sprung gegenüber der letzten Variante 1.5. Der Grund: Der jüngste Ableger beruht auf FreeBSD 7, daher haben die PC-BSD-Entwickler die Versionsnummer angepasst. Als Desktop-Umgebung fungiert das auch in Linux-Distributionen populäre KDE 4.1, was ebenfalls eine deutliche Verbesserung darstellt.

Die Entwickler erklären, dass PC-BSD Stabilität und Sicherheit auf den Desktop bringt, das nur ein BSD-System garantieren kann. Man habe mehr Zeit für die eigentliche Arbeit, da man sich weniger mit Viren und Spyware rumplagen müsse. Nur wenige Klicks trennen den Anwender zwischen Installationsbeginn und einem fertigen Desktop-Betriebssystem. Schmerzfrei und einfach gestalte sich auch die Installation weiterer Software dank den bereitgestellten PBIs-Programmpaketen, die alle notwendigen Bibliotheken bereits mitbringen. Der Einsatz von KDE 4.1.1 soll Benutzern eine vertraute Umgebung bieten. Erwähnenswert ist ebenfalls die experimentelle Unterstützung des von SUN Microsystems entwickelten Dateisystems ZFS. TecChannel zeigt in diesem Test, ob die Entwickler den Versprechungen gerecht werden können.

Installation von PC-BSD

PC-BSD 7 lässt sich im Download-Bereich der Projektseite kostenlos herunterladen. Das Betriebssystem können Sie entweder als CD-Abbilder oder als DVD-Image beziehen. Das DVD-Abbild enthält, was optional auf drei CDs verteilt ist. Dazu gehört Mehrsprachenunterstützung und optionale Software-Komponenten. Das Betriebssystem ist erhältlich für die Architektur x86 und AMD 64. Des Weiteren gibt es ein Abbild, mit dem Sie das OS von USB installieren können. Für Neugierige stellen die Entwickler ebenfalls ein VMWare-Image bereit. Ebenso gibt es eine „Boot-Only“-CD und eine -USB-Version. Damit können Sie PC-BSD komplett über das Netzwerk installieren.

Herunterladen: PC-BSD ist nun auch als DVD-Abbild, USB-Version und VMware-Image erhältlich.
Herunterladen: PC-BSD ist nun auch als DVD-Abbild, USB-Version und VMware-Image erhältlich.

Den Release-Notizen ist zu entnehmen, dass die Mindestanforderungen ein Pentium-II-Prozessor, 256 MByte Arbeitsspeicher und 6 GByte freier Festplattenplatz sind. Empfohlen sind allerdings ein Pentium 4 oder höher, 512 MByte RAM, 12 GByte Festplattenplatz und eine 3D-beschleunigte Grafikkarte von NVIDIA oder Intel. Dem Changelog kann man entnehmen, dass auch die Unterstützung für ATI-Karten besser ist und die Einrichtung einfacher sein soll.