Open-Source-Bildbearbeitung: Gimp Suite

Dirk Bongardt, Jahrgang 1968, arbeitet seit der Jahrtausendwende als freier Journalist für eine große Bandbreite an Publikationen, sowohl online als auch gedruckt. Sein thematischer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Informationen rund um Gegenwarts- und Zukunftstechnologien, vorwiegend in den Bereichen Mobile und IT. Das Smartphone ist sein steter Begleiter, die digitale Fotografie – übrigens bis heute vorzugsweise mit einer \u201Erichtigen\u201C Kamera – seine Leidenschaft. In Lehrgängen für angehende Online-Redakteure vermittelt er zudem online-journalistische Basics von der Facebook-Recherche bis zum crossmedialen Publizieren.
Vielfältige Möglichkeiten zur Bildbearbeitung, aber eine gewöhnungsbedürftige Arbeitsoberfläche: Die Bildbearbeitung Gimp ist für Einsteiger eher eingeschränkt tauglich.

Die Bildbearbeitung Gimp (GNU Image Manipulation Program) unterliegt der GNU General Public License und wird daher über das Internet kostenlos verbreitet. Bei der 30 Euro teuren Gimp Suite haben wir daher etwas mehr als nur das Programm erwartet. Neben dem Datenträger, der die Software in deutscher Sprache enthält, bekamen wir ein 260-seitiges, gedrucktes Handbuch, das auf der CD-ROM auch als PDF-Dokument enthalten ist.

Die Installation war einfach. Danach wurde es etwas unübersichtlich: Die Gimp-Benutzeroberfläche zerfällt, für Windows-Anwendungen untypisch, in mehrere Fenster, die frei auf dem Desktop platziert werden können. Das war am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, nach einiger Zeit auf unserem Zwei-Monitor-System jedoch recht komfortabel. Gewöhnen mussten wir uns auch an die teilweise ungewohnten Symbole für die einzelnen Werkzeuge. Sehr praktisch für anspruchsvolle Bildbearbeiter sind die vielen Möglichkeiten, Auswahlen zu erstellen: Rechteckig, elliptisch, freihändig, nach Farbe und per sehr fein justierbarem Zauberstab lassen sich Bildelemente auswählen, auf die man anschließend Filter und andere Effekte anwenden kann.

Die Möglichkeiten der Bildbearbeitung sind immens: Verzerrungs-Werkzeuge, eine durchdachte und an Photoshop angelehnte Ebenen-Verwaltung, Filter und Skript-Makros ermöglichen Bearbeitungen von einfachen Verbesserungen bis hin zu komplexen künstlerischen Verfremdungen. Doch nicht nur wegen der ungewohnten Arbeitsoberfläche ist Gimp nur eingeschränkt einsteigertauglich: Die Filter und Skripte sind zum Teil eher phantasievoll als treffend benannt, in der Hilfe ist keine Stichwortsuche möglich und auch das Handbuch ist nicht lösungsorientiert aufgebaut, sondern beschreibt die Möglichkeiten Punkt für Punkt, wie sie von der Arbeitsoberfläche geboten werden. Dadurch erschließen sich viele Möglichkeiten erst nach längerer Übung.

Fazit: Die Gimp Suite ist eine komplexe Bildbearbeitungssoftware mit vielen Möglichkeiten, erfordert jedoch eine längere Einarbeitungszeit.

Alternative: Die beliebte Shareware Fixfoto (www.j-k-s.com) bewegt sich in der gleichen Preis- und Leistungsklasse, bietet aber eine einfachere Bedienung.

BEWERTUNG

Bildbearbeitung (40 %): Note1,5
Bedienung (30%): Note 3,5
Bildverwaltung (15 %): Note 4,0
Online-Auftritt (10 %): Note 3,0
Systemanforderungen (5 %): Note 2,5

GESAMTNOTE: 2,7

Anbieter:

Koch Media

Weblink:

www.kochmedia.de

Preis:

ca. 30 Euro

Betriebssysteme:

Windows 95/98/ME, NT 4, 2000, XP

Plattenplatz:

ca. 60 MB