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Open Solaris startet mit vielen Internet-Aktivitäten

15.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die gestrige Veröffentlichung des größten Teils des Sourcecodes von Open Solaris war mit einer erheblichen Publicity-Kampagne im Internet verbunden. Dazu wurde die Open-Solaris-Website überarbeitet. Sie ist übersichtlich geraten und enthält eine Roadmap, Details zu Eigenschaften der quelloffenen Variante des Sun-Unix-Derivats Solaris, Kontaktmöglichkeiten für Entwickler, eine Suchmaschine für Sourcecode, eine Fehlerdatenbank und Mailing-Listen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Open Solaris und Entwickler-Tools herunterzuladen, darunter mit BitTorrent auch eine, die keine Registrierug bei Sun erfordert.

Ein interessanter Aspekt sind zwei Links auf Weblogs. Es gibt einen eigenständigen Open-Solaris-Blog und einen anderen für an dem Projekt interessierte Sun-Mitarbeiter. Auf beiden Blogs berichten vorwiegend Entwickler von ihren Eindrücken bei der Beschäftigung mit dem Betriebssystem. Das sind nicht nur private Stories, sondern geht durchaus so weit, dass fälschlicherweise hier Bugs gemeldet und Lösungen beschrieben werden. Mit der Trennung zwischen den Blogs versucht Sun anscheinend, dem Eindruck entgegenzuwirken, die Entwicklung von Open Solaris sei von eigenen Mitarbeitern dominiert. Das wäre fatal für das Ansehen des Projekts in den Open-Source-Communities. So betont auch die Open-Solaris-Site die Unabhängigkeit des Projekts von Sun.

Seit gestern sind die meisten Teile von Open Solaris quelloffen verfügbar. Es sind insgesamt mehr als fünf Millionen Zeilen Code, darunter der Kernel und elementare Netzwerkkomponenten. Die Arbeitsziele für die nächsten drei Monate sind Verschlüsselung, ein grafisches Interface, vollständige Unterstützung des GNU-C-Compilers und die Anbindung von Speichern. Im darauf folgenden Quartal möchte man sich auf Kernel-Erweiterungen und ein Tool zum Management von Sourcecode konzentrieren. Später sollen Testverfahren, Installations- und Administrations-Tools folgen. (ls)