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Open Group bekennt sich zu Open Source

29.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Open Group hat einen vom Open-Source-Guru Bruce Perens verfassten Strategieentwurf veröffentlicht, der ein stärkeres Engagement in Open-Source-Entwicklungen vorsieht. Die Organisation vertritt rund 200 Unternehmen, unter anderem AOL, Apple, Microsoft, Oracle, Novell sowie SAP und wird von Firmen wie Hewlett-Packard, IBM und Sun unterstützt. Ein Arbeitsfeld sind

Zertifizierungen für Unix, die LSB (Linux Standars Base), WAP (Wireless Access Protocol und andere Technologien. Außerdem hält die Open Group Patente auf die Handelsmarke Unix und die SUS (Single Unix Specification).

Die Open Group müsse nun quelloffene Technologien voll in ihre Tätigkeiten integrieren, heißt es in dem Entwurf von Perens. Man habe nicht vorhersehen können, welche Rolle Open Source im Markt spielen würde. Nun seien viele in der Praxis genutzte Systeme und Standards durch offene Entwicklungen geprägt.

Die Organisation ist bereits an der Entwicklung quelloffener Technologien beteiligt. So verwaltet und koordiniert sie einige Projekte wie zum Beispiel die Management-Software "Pegasus". Seit Mai 2000 leitet sie die Entwicklung des offenen GUI-Toolkits (Graphical User Interface) "Motif", das hauptsächlich auf Unix-Systemen zum Einsatz kommt. Dennoch genieße sie in der Open-Source-Gemeinde keine gute Reputation, sagte Perens. Ein Grund dafür sei zum Beispiel, dass Motif zwar als Open Source angeboten werde, es jedoch nicht jedem Programmierer frei stehe, an der GUI mitzuarbeiten.

Ausschlaggebend für das neue Strategiepapier war laut Graham Bird, Vice President of Marketing bei der Open Group, eine Initiative verschiedener Mitglieder. Die Unternehmen sind demnach vor allem an der Frage interessiert, wie Open Source künftig auf ihre Geschäftsfelder einwirken wird. (lex)