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Online-Werber entdecken ihr Herz für Kinder

22.10.2007
Von pte pte
Kinder geraten im Internet immer mehr ins Visier von Unternehmen, die online ihre Produkte bewerben.

Weil die Platzierung von Werbung im TV-Kinderprogramm in Ländern wie Großbritannien inzwischen stark eingeschränkt ist, versuchen aufdringliche Vermarkter die jüngste Konsumentenschicht über das Netz für sich zu gewinnen. Britische Experten rufen nun dazu auf, Kinder besser vor den Werbeaktionen zu schützen, berichtet der "Guardian". Denn mit der steigenden Zahl an Kids, die einen großen Teil ihrer Freizeit mit dem Surfen durch das Internet verbringen, wächst auch die Zahl der Unternehmen, die versuchen, über populäre Webseiten Einfluss auf die Kinder zu nehmen. "Auch in Deutschland gibt es zumindest bezüglich TV-Werbung entsprechende Vorgaben im Rundfunkstaatsvertrag, die unter anderem die Werbung, die sich an Kinder richtet, regeln", erklärt Michael Bobrowski, Referent Telekommunikation, Post & Medien des Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), auf Nachfrage von pressetext. Ähnliche Vorgaben für das Internet gibt es bislang nicht. So liegt es zumeist an den Webseitenbetreibern, mithilfe von Filtersystemen dafür zu sorgen, dass keine unerwünschte Werbung auf ihren Portalen Eingang findet.

Investoren sehen in der jungen Zielgruppe ein großes, unausgeschöpftes Potenzial, um im Internet Geld zu verdienen. Wie aktuelle Studien prognostizieren, soll bis zum Jahr 2011 mehr als die Hälfte aller Kinder Mitglied einer virtuellen Welt sein. Diese Wachstumsaussichten haben viele Marken und Medienunternehmen dazu ermutigt, in neue kinderfreundliche Onlinedienste zu investieren. Vergangene Woche erst hatte die britische BBC bekannt gegeben, ein Online-Game für Kinder auf den Markt bringen zu wollen. Im Gegensatz zu vielen anderen Internetangeboten soll diese Webseite allerdings vollkommen werbefrei bleiben und auch keine Chatfunktion enthalten, um die Kinder besser vor unerwünschten Botschaften und Internetnutzern schützen zu können.

Auch der Spielzeughersteller Mattel ist mit einem Barbie-Portal mittlerweile groß in das Onlinegeschäft eingestiegen. Die Plattform erfreut sich wachsender Popularität und zählt bereits über vier Millionen registrierte Nutzer. Aufgrund der hohen Summen, die von den Konzernen in derlei Portale investiert werden, steigt auch der kommerzielle Druck, meinen Experten. Dadurch könnten sich künftig viele Webseitenbetreiber dazu veranlasst fühlen, ihre Angebote für die Werbung zu öffnen und immer mehr Online-Anzeigen zu schalten. (pte)