Cyber-Kriminalität

Online-Kriminelle rücken im Schatten der NSA-Affäre vor

12.11.2013
Während alle Welt über die Enthüllungen zur NSA-Spionage entsetzt ist, sind die Online-Kriminellen aktiv wie eh und je. Die IT-Branche warnt davor, das vor lauter Aufregung über staatliche Überwachung zu vergessen.
Cyberkriminalität ist aktuellen Berichten zufolge weiter auf dem Vormarsch.
Cyberkriminalität ist aktuellen Berichten zufolge weiter auf dem Vormarsch.
Foto: Shutterstock.com / Photosani

Wenn es um Online-Sicherheit geht, steht seit Monaten vor allem ein Thema im Mittelpunkt - die ausufernde Internet-Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA. Das offenbarte Ausmaß staatlicher Ausspähung sprenge "die Grenzen davon, was wir für möglich hielten", sagt am Montag kein Außenseiter, sondern Telekom-Chef René Obermann. "Die Debatte über Geheimdienste darf nicht von der Online-Kriminalität ablenken", mahnte er allerdings auch.

Denn während alle Augen auf immer neue NSA-Enthüllungen gerichtet sind, bleibt das Internet ein gefährlicher Ort. Jüngste Zahlen belegen das. So sei gut jeder zweite Erwachsene in Deutschland bereits mit Internet-Kriminalität zumindest in Berührung gekommen, berichtete vor kurzem der Sicherheitssoftware-Anbieter Symantec in seinem Jahresreport. Opfer von Online-Kriminellen wurden demnach 39 Prozent. Den Gesamtschaden durch Cyberkriminalität in Deutschland in diesem Jahr schätzte der Hersteller der Norton-Sicherheitsprogramme auf knapp über drei Milliarden Euro.

Das Bundeskriminalamt machte das Cybercrime-Problem zum Mittelpunkt seiner am Dienstag beginnenden Herbsttagung in Wiesbaden. Die Kriminalität im Internet habe sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt, erklärte die Behörde.

Die Gefahren aus dem Netz sind vielfältig. Viren, die private Daten auslesen und damit dem Identitätsdiebstahl Tür und Tor öffnen. Trojaner, die den Computer eines arglosen Nutzers heimlich zum Teil eines sogenannten Botnetzes machen und Spam-E-Mails oder Schadsoftware verschicken lassen. Bevor es mit den NSA-Enthüllungen losging, waren vor allem US-Medien voll von Geschichten über Industriespionage, die mit solchen Werkzeugen betrieben werde - angeblich vor allem von China aus. Auch wenn die Aufregung abgeebbt ist, die Gefahren sind nicht weniger geworden.

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