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Online-Händler optimistisch für das Weihnachtsgeschäft

06.12.2012
Trotz der Finanzkrise in Europa und allseits knapper Kassen geht der Online-Handel in Deutschland optimistisch ins Weihnachtsgeschäft.
Dieter Kempf, Präsident des ITK-Branchenverbands Bitkom
Dieter Kempf, Präsident des ITK-Branchenverbands Bitkom
Foto: Bitkom

Mit höheren Umsätzen als im Vorjahr rechnen laut einer Umfrage des Bitkom 38 Prozent der Online-Händler für die Monate November und Dezember. 36 Prozent erwarten zumindest, dass sich das Geschäfte auf Vorjahresniveau halten. Unterdessen ist der Handel in einem tiefgreifenden Wandel begriffen. Treiber sei der große Trend zum mobilen Einkaufen über Smartphones und Tablets, sagte Tim Hilpert, Mitglied der Geschäftsführung von Ebay Deutschland. "Mobil ist der mit Abstand am schnellsten wachsende Handelskanal."

"Unter dem Strich erwarten wir in der diesjährigen E-Commerce-Saison ein kräftiges Umsatzplus", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf am Donnerstag (PDF-Link). Allerdings rechnen 22 Prozent der Befragten auch, dass das Geschäft bis zu 22 Prozent zurückgeht. Die Produktpalette im Netz wird dabei immer breiter. An erster Stelle stünden Bücher, gefolgt von Kleidung, Eintrittskarten und Musik. Lebensmittel, eine Produktgruppe die sich bislang vergleichsweise schwergetan hat im Netz, kommt inzwischen schon auf neun Prozent.

Der repräsentativen Bitkom-Studie (Forsa) zufolge haben in den vergangenen zwölf Monaten 92 Prozent aller Internetnutzer auch online eingekauft, 39 Prozent davon mehr als zehn Mal. "Die Kunden kaufen nicht nur zum Weihnachtsgeschäft online ein, sondern das ganze Jahr über", sagte Kempf. Weihnachtsgeschenke wollen demnach 47 Prozent der Internet-Nutzer online kaufen, das entspricht rund 25 Millionen Personen. Vor zwei Jahren waren es noch 43 Prozent.

Laut Ebay und Bitkom kaufen die Deutschen immer öfter mit dem Smartphone und Tablet ein.
Laut Ebay und Bitkom kaufen die Deutschen immer öfter mit dem Smartphone und Tablet ein.
Foto: Ebay

Eine lange befürchtete Kannibalisierung des stationären Handels durch Online-Geschäfte ist offenbar nicht eingetreten. 87 Prozent der Befragten informieren sich im Netz, kaufen aber im Geschäft. Umgekehrt informieren sich 71 Prozent der befragten Nutzer im Laden und kaufen schließlich online.

Starken Einfluss auf das Kaufverhalten habe derzeit die immens wachsende Verbreitung von Smartphones und Tablets, sagte Hilpert. "Und die kommenden drei Jahre werden den Handel noch stärker verändern als es in den letzten zehn bis fünfzehn Jahre der Fall war." Die Apps von Ebay zum Online-Einkauf über die Handelsplattform seien weltweit bereits 100 Millionen mal von den Nutzern heruntergeladen worden. Für das laufende Jahr erwartet Ebay einen Umsatz im mobilen Handel von zehn Milliarden Dollar. 2009 waren es noch deutlich unter einer Milliarde Dollar. (dpa/tc)