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Online-Händler optimistisch für 2006

27.02.2006
Die Online-Händler in Deutschland blicken kurz vor Beginn der Computer-Messe CeBIT optimistisch auf das laufende Jahr.

Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", sein Konzern strebe 2006 ein Umsatzwachstum von 16 bis 23 Prozent an. Amazons internationales Geschäft - zu dem auch Deutschland gehört - werde sich ähnlich entwickeln.

Auch Thomas Schnieder, Chef der Online-Sparte des Versandhändlers Otto und nach eigenen Angaben weltweit die Nummer zwei hinter Amazon, will 2005 "deutlich zulegen". Er sehe die Marktführerschaft von Amazon als "Ansporn", sagte er der Zeitung. Auch KarstadtQuelle bläst zur Jagd auf Amazon. Zur Zeit modernisiere der Konzern mit großem Aufwand seine Portale "Neckermann.de" und "Quelle.de", berichtete die Zeitung.

E-Commerce-Pionier Stephan Schambach, Gründer von Intershop und jetzt Chef der US-Firma Demandware, erwartet eine weitere Internationalisierung des Online-Handels. "Die Amerikaner sind gerade dabei, ihre Internetauftritte zu internationalisieren. In Zusammenarbeit mit Logistikpartnern werden sie auch in Europa kostenlose Lieferung anbieten", sagte Schambach. Er gehe davon aus, dass die Online-Umsätze in zehn Jahren etwa 30 bis 40 Prozent des Einzelhandels ausmachen werden.

Die Branche ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Von 2000 bis 2005 hat sich die Zahl der Onlinekäufer auf knapp 25 Millionen verfünffacht. Der Warenumsatz versechsfachte sich in dem Zeitraum auf 6,1 Milliarden Euro. Für 2006 rechnet die Branche mit einem Zuwachs von 13 Prozent.

Einen "deutlichen Schub" verspricht sich Amazon-Deutschland-Chef Kleber von der weiteren Verbreitung schneller DSL-Anschlüsse und Pauschaltarife (Flatrates). Auch die Fußball-WM und die Mehrwertsteuererhöhung 2007 werden in diesem Jahr neue Käufer bringen, erwartet der Bundesverband des deutschen Versandhandels. Dabei werde die Branche stärker auf Frauen zugehen - und vor allem im Bereich Mode und Lebensmittel zulegen, erwartet Andreas Gutjahr von der Londoner Agentur Nielsen NetRatings. (dpa/tc)