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Enttäuschender Ausblick

Online-Händler Amazon mit Gewinnsprung

23.10.2008
Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com blickt trotz eines zuletzt kräftigen Gewinnsprungs mit gemischten Gefühlen in die Zukunft.

Die Prognose des US-Konzerns für das wichtige Weihnachtsgeschäft fällt wegen der drohenden Rezession überraschend schwach aus. Für das Gesamtjahr warnte Amazon am Mittwochabend vor weniger Umsatz als bisher geplant und erschreckte seine Anleger massiv. Die Aktie stürzte im nachbörslichen Handel steil ab - so wie knapp eine Woche zuvor beim Online-Auktionshaus eBay nach ebenfalls schlechten Botschaften zur Weihnachtszeit.

Im dritten Quartal kletterte Amazons Überschuss dagegen noch stark um 48 Prozent auf 118 Millionen Dollar (umgerechnet 92 Millionen Euro). Der Umsatz legte angetrieben von einem starken internationalen Geschäft um 31 Prozent auf 4,26 Milliarden Dollar zu, wie Amazon nach US-Börsenschluss in Seattle (US-Bundesstaat Washington) mitteilte. Der Gewinn lag über den Erwartungen der Analysten, der Umsatz knapp darunter. Amazon profitierte erneut auch von Währungseffekten.

Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon.com
Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon.com

Für das Gesamtjahr erwartet Amazon nun ein Umsatzplus zwischen 24 und 31 Prozent auf 18,46 bis 19,46 Milliarden Dollar. Bisher hatte der Online-Händler 30 bis 35 Prozent Zuwachs erwartet. Für das Schlussquartal wagte Amazon nur eine sehr vage Prognose: Der operative Gewinn werde zwischen 145 und 305 Millionen Dollar ausfallen. Dies wäre im schlimmsten Fall ein Ergebniseinbruch um 46 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2007, im besten Fall ein Plus von lediglich 13 Prozent. Der Umsatz soll zwischen sechs und sieben Milliarden Dollar liegen - ein Plus zwischen sechs und 23 Prozent.

Die Aktie von Amazon.com brach im nachbörslichen Handel um mehr als 14 Prozent ein. Im Tagesverlauf hatte sie zuvor trotz eines sehr schwachen Gesamtmarktes nur knapp ein halbes Prozent auf 49,99 Dollar verloren. Amazon holt zusätzlich zur eigenen Produktpalette immer mehr Dritthändler auf seine Plattform. Damit fährt der Branchenprimus auf Kollisionskurs zu eBay, das neben den ursprünglichen Versteigerungen zunehmend auf Festpreisverkäufe setzt.

Amazon erzielt mittlerweile fast die Hälfte seiner Umsätze im Ausland mit Deutschland als einem der weltweit wichtigsten Märkte. Das deutsche Online-Angebot feierte in diesen Tagen gerade sein zehnjähriges Bestehen. (dpa/tc)