T-Online bekommt neue Software und IP-Knoten

Online-Dienst der Telekom verschmilzt zusehends mit dem Internet

13.06.1997

Rasant steigt der Anteil des Internet-Verkehrs in den Knoten der Online Pro Dienste GmbH & Co, Darmstadt. Die Hälfte des Aufkommens, das die Telekom-Tochter als T-Online-Betreiber transportiert, hat mittlerweile IP-Format. "Dennoch wollen wir uns nicht als Internet-Access-Provider positionieren", klärt Eric Danke, Geschäftsführer beim Online-Ableger des Carriers.

Weil die IP-Daten bislang durch die T-Online-Infrastruktur getunnelt wurden und somit unnötigen Overhead erzeugten, hat sich die Danke-Mannschaft eine neue Strategie erdacht. Flächendeckend wurden bis dato rund 180 alte T-Online Zugangsknoten durch IP-Access-POPs ersetzt. Über eine 01910-Nummer können sich T-Online- wie auch Internet-Nutzer einwählen. Analog schaffen die Knoten maximal 33,6 Kbit/s, außerdem ist der Zugang via ISDN möglich. Im Laufe des Jahres werden sich die T-Onliner zudem entscheiden, welche der 56-Kbit/s-Techniken implementiert werden sollen. Einheitlich kostet der Dienst nun tagsüber acht Pfennig, abends und nachts fünf Pfennig pro Minute.

Auch softwareseitig verschmelzen die Online-Angebote zusehends. Beide Dienste lassen sich zeitgleich in zwei Fenstern aufrufen, der Nutzer kann per Mausklick wechseln. Die Zugangssoftware in der Version 2.0 ermöglicht das Offline-Banking und wird mit Netscapes "Communicator" sowie Microsofts "Explorer 3.x" ausgeliefert.

Künftig will Danke seinen Surfern auch das Online-Shopping und Bezahlen im Internet ermöglichen. Allerdings müssen dazu die Anbieter mit T-Online kooperieren. Im Gegenzug sichert der Online-Betreiber die Transaktionen mit dem eigenen proprietären Verfahren. Aufgrund der Erfahrungen in der geschlossenen BTX-Welt hofft man, auch im Internet Micro-Payments zu realisieren.