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Olympia-Organisatoren vergessen IT-Budget

11.07.2007
Die britische Regierung hat es versäumt, auch IT-Kosten in ihrem Budget für die 2012 in London stattfindenden olympischen Spiele zu berücksichtigen.

Die Olympic Delivery Authority, neben dem London Organising Committee for the Olympic Games eine der beiden Ausrichterorganisationen für Olympia 2012 in London, hat in seinen ursprünglichen Kostenplanungen den IT-Aufwand für die Spiele offenbar vergessen. Das ergab eine Untersuchung von Rechnungsprüfern, die die Vorbereitungen für das sportliche Großereignis unter die Lupe genommen hatten. In Großbritannien gibt es seit der Vergabe der Spiele im Juli 2005 hitzige Diskussionen ums Geld. Mittlerweile geht man auf der Insel davon aus, dass die ursprünglich anvisierten Kosten von etwa 4,85 Milliarden Euro um rund 1,3 Milliarden Euro überschritten werden.

Dieser Anstieg resultiert zu großen Teilen daher, dass die Organisatoren den Aufwand für das Projekt-Management und die Infrastruktur deutlich unterschätzt hätten, urteilten die Prüfer. Wie viel davon letztlich auf den Posten IT entfällt, lässt sich nicht genau feststellen. Das Ministerium für Kultur, Medien und Sport (Department for Culture, Media and Sport – DCMS) räumte mittlerweile Mehrkosten von 835 Millionen Euro ein. Den größten Posten mit knapp 700 Millionen Euro machen davon zusätzliche Aufwendungen für Infrastruktur aus, zu denen auch die IT gehöre. Diese Dinge würden detailliert aufgelistet, wenn der endgültige Budgetplan veröffentlicht werde, hieß es von Seiten der Politiker.

Kritiker bemängeln, dass auch 20 Monate nach der Vergabe der Spiele immer noch kein endgültiges Budget vorliege. Die Verantwortlichen hätten den Kostenaufwand für Olympia schlichtweg unterschätzt, monieren die Rechnungsprüfer. Außerdem seien sie zu optimistisch gewesen, was das Engagement des privaten Sektors betreffe. "Die Regierung hat sich finanziell übernommen." (ba)