Größer, schärfer, dünner

OLED-Displays gehen auf Rekordjagd

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
OLED-Bildschirme sind das nächste große Ding – bislang waren sie zwar eher klein, aber das soll sich bald ändern. Außerdem sind sie inzwischen so dünn, dass sie im Wind flattern.

OLED-Displays (Organic Light Emitting Diode) gehört die Zukunft, denn sie sind dünner, brauchen weniger Strom, zeigen sattere Farben und stellen bewegte Bilder schärfer dar als die inzwischen etablierten Plasma- und LCD-Geräte. Vom Massenmarkt ist die Technologie zwar noch weit entfernt, aber mit zunehmender Verbreitung dürften auch die Preise sinken. Ein Pionier war Sony, der seinen zehn Zoll messenden Bildschirm „XEL-1“ Ende 2007 als erstes in Japan und den USA auf den Markt brachte. Angeblich soll Europa im Jahr 2009 folgen. Allerdings müssen US-Kunden derzeit 2.500 Dollar für den kleinen Fernseher zahlen.

Chi Mei EL zeigte ein OLED-Display, das knapp einen Millimeter dick ist.
Chi Mei EL zeigte ein OLED-Display, das knapp einen Millimeter dick ist.

Doch die Wettbewerber ziehen nach, denn sie wittern das große Geschäft. So hat die taiwanische Firma Chi Mei EL hat auf der Messe FPD International in Japan ein OLED-Display vorgestellt, das eine Diagonale von 25 Zoll aufweist und dabei knapp einen Millimeter dick ist, drei Millimeter weniger als die vorige Generation des Panel-Herstellers. Der Bildschrim löst mit 1.366 mal 768 Pixel auf (WXGA) und kann die typischen 16,7 Millionen Farben darstellen.

Dieser OLED-Prototyp von Samsung misst 40 Zoll in der Diagonalen.
Dieser OLED-Prototyp von Samsung misst 40 Zoll in der Diagonalen.

Samsung SDI zeigte auf der gleichen Veranstaltung den aktuellen Prototypen eines 40 Zoll messenden OLED-Displays. Damit wurden die Vorzeigemodelle der CES (14 Zoll) und der IFA (31 Zoll) deutlich übertroffen. Allerdings hatten die Koreaner bereits 2005 ein 40-Zoll-OLED vorgestellt. Inzwischen wurde aber die Auflösung auf 1.920 mal 1.028 Pixel – Full HD – aufgeblasen. Zudem stieg der Kontrast von damals 5.000:1 auf inzwischen 1.000.000:1. Wann aus den Prototypen käuflich zu erwerbende Fernseher werden, wurde nicht gesagt. Zudem hat Samsung ein OLED-Display gezeigt, das nur 0,05 Millimeter dick sein soll. Dieses flattert wie ein Blatt Papier, ist aber lediglich vier Zoll groß.