Offshore-Trend schafft neue Konkurrenz

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die Offshore-Anbieter sind für die etablierten und international aufgestellten IT-Dienstleister eine stärkere Konkurrenz als bislang angenommen. Anwender zeigen sich erstaunlich offen gegenüber den Offerten indischer Häuser. Das ergab eine Studie, die das Marktforschungshaus Forrester Research gemeinsam mit der COMPUTERWOCHE vornahm.

Nahezu drei von vier Unternehmen nutzen Offshore-Dienste oder planen dies in naher Zukunft. Nur 26 Prozent der 247 von Forrester Research befragten Firmen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden haben nicht vor, innerhalb des nächsten Jahres Arbeiten in Niedriglohnländer zu verlagern. 17 Prozent packen das Thema in den kommenden zwölf Monaten an, zehn Prozent betreiben derzeit Pilotprojekte, und fast jedes zweite Unternehmen (siehe Grafik "Offshore-Dienste finden breiten Zuspruch") steckt bereits mitten in Offshore-Vorhaben. Befragt wurden Unternehmen, die überwiegend über einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro verfügen.

Offshore-Ausgaben steigen

Die Umfrage belegt wachsende Offshore-Budgets. Bereits im nächsten Jahr wollen 40 Prozent der Firmen bis zu einem Zehntel ihrer für externe Dienstleister vorgesehenen Ausgaben einem Anbieter aus einem Niedriglohnland zukommen lassen, derzeit sind es 39 Prozent. Gaben im Jahr 2004 nur vier von hundert der Unternehmen zwischen elf und 30 Prozent ihres Dienstleistungsbudgets an Offshore-Anbieter weiter, planen dies im kommenden Jahr bereits elf Prozent und im Jahr 2008 voraussichtlich 18 Prozent. Und auch die Zahl der Anwender, die mehr als 30 Prozent dieser Mittel in Offshore-Dienste investieren, steigt von aktuell fünf Prozent auf sechs Prozent im nächsten und zwölf Prozent in vier Jahren.

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