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Offenes Web-Labor bei Google

22.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Internet-Suchmaschine Google lädt die Surfer ins Labor ein: Zwei neue Seiten stehen für die Entwicklung experimenteller Such- und Browsing-Technologien zur Verfügung. In den Google Labs können die Internet-User neue Entwicklungen der Suchmaschine testen. Zum Start der Web-Site finden sich dort ein Glossar oder eine sprachbasierende Suche, die einfach über Telefon funktionieren soll. Alle Dienste dieses "Technology Playgrounds", wie der Bereich auf der Web-Site tituliert wird, sind noch im experimentellen Stadium. Eine zweite Site zeigt noch in der Entwicklung befindliche Erweiterungen der Google Toolbar, eine Suchergänzung zu Microsofts Internet Explorer.

Google baut die Entwicklung in verschiedene Bereiche aus. Dazu gehört etwa, Softwareentwickler zu umwerben. Diesen bietet die Such-Engine limitierte Lizenzen für Experimente mit Web-APIs (Application Programming Interfaces) an, über die Programme direkt die Google-Datenbanken anzapfen können (Computerwoche online berichtete).

Die Schritte kommen genau in einer Zeit, in der Google auch finanziell im hart umkämpften Online-Geschäft verstärkt Fuß fassen will. Allgemein wird mit dem Börsengang des Unternehmens gerechnet, das sich langsam als Nummer Eins der Suchanbieter im Internet etabliert. Die automatischen Suchfunktionen von Google greifen sogar das handverlesene Yahoo-Angebot an: Laut den Internet-Statistikern von Statmarket ging Yahoos Marktanteil in den beiden vergangenen Jahren von 46 auf 36 Prozent zurück. Google konnte sich von einem auf 32 Prozent verbessern.

Obwohl die Lab-Services nicht generell auf Bezahldienste hinweisen, könnten Modelle wie die Web-API Google dabei helfen, den Umsatz zu verbessern. Bislang beruht das Geschäftsmodell auf Werbung. Allerdings hat das Unternehmen bereits erste Schritte unternommen, seine Geschäftsbasis zu erweitern, etwa mit einem kostenpflichtigen Expertensystem (Computerwoche online berichtete). (js)