Wine, Games und eine Drohne

Österreichs Linuxwochen starten verspielt

17.03.2009
Von pte pte
Am Mittwoch fällt der Startschuss für die diesjährigen Linuxwochen in der Alpenrepublik. Den Auftakt bildet die Uni Klagenfurt.

Die erste Station der diesjährigen Linuxwochen in Österreich bietet dabei unter anderem Einblick in den Themenbereich Open-Source-Games und Spiele unter Linux. Besucher des LinuxDay 2009 an der Universität Klagenfurt können sich etwa davon überzeugen, wie kommerzielle Windows-Games dank "Wine" auch unter dem freien Betriebssystem laufen. "Wine wird aber nicht nur für Spiele, sondern auch für Anwendungen wie Photoshop oder Microsoft Office genutzt", betont Günther Hölzl vom Mitveranstalter HTL Mössingerstraße gegenüber pressetext. Einen besonderen Höhepunkt der Auftakt-Station verspricht Markus Quaritsch, Informatiker an der Universität Klagenfurt, mit einer Flugdemonstration einer Mikrodrohne.

Seit rund neun Monaten ist Wine ein offiziell fertiges Produkt, das unter anderem mehr Unterhaltung unter Linux ermöglicht. Auf dem LinuxDay wird anschaulich gezeigt, was mit dieser Software im Bereich Spiele möglich ist und auch darauf eingegangen, mit welchen Herausforderungen der Betrieb von Windows-Games unter Linux verbunden ist. Gleichzeitig werden auch Spiele vorgestellt, die selbst Open-Source-Software sind und nativ unter Linux laufen. "Es gibt schon einige Edelsteine im Open-Source-Bereich", sagt Hölzl. Allerdings bestehe ein grundsätzliches Problem, dass die freien Games ohne eine Marketingmaschinerie im Vergleich zu kommerziellen Produkten kaum öffentlich wahrgenommen werden. "Das ist ja bei Anwendungen wie etwa OpenOffice ähnlich", so Hölzl.

Forscher der Universität Klagenfurt werden ihr Projekt "Kollaborative Mikrodrohnen" vorstellen. Bei guter Wetterlage wird es um 10:00 Uhr eine Flugdemonstration als besonderen Höhepunkt geben. "Wir wollen damit Interessierte für Technik begeistern", sagt Quaritsch im Gespräch mit pressetext. Zum Einsatz kommt dabei ein kommerziell verfügbarer Quadrokopter mit vier Rotoren, der einen Durchmesser von rund einem Meter hat und weniger als ein Kilogramm schwer ist. "Im Forschungsprojekt beschäftigen wir uns mit der Vernetzung solcher Drohnen im Flug", sagt Quaritsch. Mehrere solche Flugobjekte könnten etwa in Katastrophenfällen schneller und gleichzeitig billiger für Überblick über die Lage sorgen als ein einzelner bemannter Helikopter. Geplant ist, das mithilfe geeigneter Software auf Linux-Basis zu ermöglichen.

Eröffnet wird der LinuxDay mit der Keynote "Sicher in die Zukunft mit Freier Software" der Free Software Foundation Europe, die auf die Vorteile freier, quelloffener Software unter anderem für Unternehmen eingehen wird. Die Veranstaltung in Klagenfurt bildet den Auftakt einer Österreich-Tour mit sechs weiteren Stationen. Einen Höhepunkt wird dabei die dreitägige Veranstaltung in Wien Mitte April bilden. Die Linuxwochen werden in diesem Jahr erstmals direkt im Rathaus der Donaumetropole stattfinden. (pte)