Thin Client vs. Desktop-Computer - Wer spart mehr Strom?

Öffentliche Verwaltung kann Klimaziele übertreffen

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Mit einer neuen Studie zeigen die Berater von Bearing Point, dass die Öffentliche Verwaltung ihre Klimaziele mit moderner IT-Architektur sogar übertreffen kann. Neue Systeme reduzieren den Energieverbrauch um mehr als die Hälfte.
Green IT spart auch noch Geld.
Green IT spart auch noch Geld.

Die Bundesverwaltung könnte durch einen Austausch der Arbeitsplatzsysteme ihr selbst gestecktes Ziel, den Energieverbrauch im IT-Betrieb bis 2013 um 40 Prozent zu reduzieren, im Desktop-Computer-Bereich schon heute erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Szenario-Untersuchung der Managementberatung Bearing Point. Moderne IT-Umgebungen seien demnach wesentlich energieeffizienter als gerade einmal drei Jahre alte Systeme.

Untersucht wurde dabei nach eigenen Angaben ein klassischer, drei Jahre alter Desktop-Computer, wie er gegenwärtig noch in vielen deutschen Behörden zum Einsatz kommt. Der Energieverbrauch wurde bei gleichem Betrieb mit einem neuen Desktop-Modell mit energieeffizienter Hardware und Softwarekonfiguration sowie einem Thin-Client verglichen. Alle Systeme wurden mit Windows ausgestattet.

Demnach verbrauchen Thin-Clients und neue Desktop-Computer weniger als die Hälfte der Energie im Vergleich zu bestehenden Systemen. Letztere würden den Verbrauch sogar um bis zu 63 Prozent reduzieren. Die gegenwärtig verwendeten Referenz-Computer verbrauchen im aktiven Modus alle fünf Minuten 123,55 Watt, der moderne Rechner nur noch 41,29 Watt.

Dabei überrasche, so Bearing Point, dass Thin Clients entgegen der gängigen Annahme nicht energieeffizienter arbeiten als moderne Desktop-Computer. „Die Einsparungen bei den schlanken Endgeräten, welche durch Auslagerung der Datenverarbeitung erzielt werden, stehen einem entsprechend höheren Bedarf im Rechenzentrum gegenüber. Hinzu kommt, dass die Energieaufnahme von Desktop-Computern durch die Weiterentwicklung von Chiptechnologien und Netzteilen sowie einer Optimierung der Betriebssysteme in den letzten Jahren erheblich gesenkt werden konnte", sagt Stefan Pechardscheck von Bearing Point.

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