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Oasis zeichnet Blueprint für Service-oriented Architectures

16.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Industriekonsortium Oasis möchte einen Blueprint für die Nutzung von Service-oriented Architectures (SOAs) erstellen. Dies soll Anwendern helfen, SOA-basierende Produkte auszuwählen. Für das Vorhaben zeichnet das "OASIS SOA Adoption Blueprints Technical Commitee" verantwortlich.

Mittlerweile vereinnahmen zahlreiche Hersteller das Thema SOA für sich, wobei Begriffe unterschiedlich gedeutet werden. Die zugrunde liegende Web-Services-Technik verspricht zumindest Offenheit und Herstellerunabhängigkeit. Firmen, die sich für SOA-Produkte interessieren, könnte der geplante Blueprint davor bewahren, sich von einem Hersteller abhängig zu machen.

Als Leiter des Projekts wurde Miko Matsumura vorgeschlagen, derist Vice President bei der auf Web-Services-Management spezialisierten Firma Infravio. Das Blueprint setzt auf einer Entwicklung der amerikanischen Analystenfirma The Middleware Co. auf, deren geistiges Eigentum an Matsumura übergegangen ist. Er selbst war früher bei The Middleware Co. angestellt und arbeitete zuvor bei Sun. Die bei OASIS entstehenden Dokumente sollen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Unterstützt wird der Blueprint-Ansatz von Microsoft und Bea Systems. IBM fehlt, wollte zu den Gründen jedoch nichts sagen. Möglicherweise hindert Big Blue die Beteiligung des Konkurrenten Bea an einem Engagement. Mitglieder des Technical Committee sind unter anderem Adobe Systems, Datapower, Infravio und Software AG.

Anfangs hatte sich Matsumura an das Gremium Web Services Interoperability gewandt, stieß dort aber auf Ablehnung, und zwar mit der Begründung, dass die Abstimmung eines solchen Blueprints lange dauern könnte.

Im Mai hatte OASIS bereits ein Referenzmodell für SOA initiiert (siehe "Oasis plant Referenzmodell für Service-orientierte Architekturen"). Dabei geht es um die Art, wie SOA-Umgebungen implementiert werden können. Hierzu liegen Dokumente auf der OASIS-Site vor. (fn)