o2 streicht in Deutschland 700 Arbeitsplätze

24.07.2007
o2 Deutschland wird bundesweit rund 700 Stellen streichen. Grund ist die schwache Entwicklung des Unternehmens seit Jahresbeginn. Die Maßnahmen sollen nach den Erwartungen des spanischen Mutterkonzerns Telefonica Einsparungen in Höhe von 110 Millionen Euro einbringen, betriebsbedingte Künigungen soll es allerdings nicht geben. Am Mittwoch stellt o2 in München neue Tarife vor.

Der Münchner Netzbetreiber o2 wird in den kommenden zwölf Monaten bundesweit rund 700 Stellen abbauen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, werden vor allem Verwaltungs- und Zentralfunktionen betroffen sein, betriebsbedingte Entlassungen soll es nicht geben. Anbieter o2 und dessen Mutterkonzern Telefonica versprechen sich von den Maßnahmen Einsparungen von 110 Millionen Euro im Jahr.

Die Umstrukturierung wurde bereits unter dem früheren o2 Deutschland-Chef Rudolf Gröger angekündigt und resuliert aus der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens. Als kleinster Netzbetreiber hat er mit hohen Kundengewinnungskosten zu kämpfen, gleichzeitig machen ihm die Marktsättigung und ein hoher Preisdruck zu schaffen. In Folge dessen verzeichnete der Anbieter im ersten Quartal 2007 einen Rückgang des Service-Umsatzes von 4,6 Prozent auf 697 Millionen Euro, woran auch der sinkende durchschnittliche Kundenumsatz seinen Anteil trägt. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen aus dem Mobilfunk- und DSL-Geschäft auf 843 Millionen Euro, davon wurden zehn Prozent aus dem Geschäft von Telefónica Deutschland übernommen.

o2 steht vor einer schwierigen Zukunft: Als letzter Netzbetreiber wird das Unternehmen mit einem Flatrate-Tarif an den Start gehen, genaue Informationen wird o2 am Mittwoch in München mitteilen. Der Anbieter hat mit seinem Genion-Angebot zwar ein erfolgreiches Zugpferd im Portfolio, allerdings verkaufen sich die DSL-Produkte seit dem Marktstart Ende 2006 eher schleppend. Bis Ende März 2007 zählte das Unternehmen 31.000 Breitband-Kunden.

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