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O2 erzielt Rekordzuwachs in Deutschland

18.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Mobilfunkbetreiber O2 hat sein Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem dank seiner deutschen Tochter kräftig gesteigert. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sei 2004/2005 (Ende März) um 29,3 Prozent auf 1,77 Milliarden britische Pfund gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in London mit. O2 Deutschland soll im laufenden Geschäftsjahr Wachstumstreiber bleiben und bis spätestens Mitte 2006 seine Kundenzahl auf über zehn Millionen steigern.

Beim Umsatz verbuchten die Briten ein Plus auf 6,68 (Vorjahr: 5,65) Milliarden Pfund und der Gewinn je Aktie stieg auf 3,5 (1,9) Pence. Mit seinen Zahlen erfüllte O2 in etwa die Erwartungen der Analysten. Zudem will der Mobilfunkbetreiber erstmals eine Dividende ausschütten, dessen Höhe die Erwartungen der Experten übertrifft. O2 will seinen Aktionären 2,25 Pence je Aktie zahlen. Experten hatten mit 1,83 Pence gerechnet.

Vor allem wegen deutlicher Zuwächse seiner deutschen Tochter erhöhte O2 seine Kundenzahl um 3,26 Millionen auf 23,96 Millionen. Nach den Worten von Vorstandschef Peter Erskine war der Zuspruch für den im Februar 2004 gestarteten UMTS-Dienst "moderat".

In Deutschland gewann der Konzern knapp zwei Millionen Kunden und hatte damit Ende März 7,98 Millionen Nutzer unter Vertrag. Alleine in den ersten drei Monaten dieses Jahres unterschrieben 578.000 Menschen einen Vertrag bei O2 Deutschland, wobei der Großteil allerdings Prepaid-Kunden waren. Die Gesellschaft profitierte dabei von der Vertriebsvereinbarung mit dem Kaffeeröster Tchibo, über die 100.000 Kunden gewonnen wurden.

Der Deutschland-Chef von O2, Rudolf Gröger, will nun so schnell wie möglich die Zehn-Millionen-Marke knacken. "In den nächsten 18 Monaten können wir dies erreichen", sagte Gröger bei einer Telefonkonferenz. Im laufenden Geschäftsjahr werde O2 Deutschland erneut deutlich bei Umsatz und Kundenzahl zulegen. "Wir wollen unsere Wachstumsgeschwindigkeit beibehalten." Ihren Marktanteil wollen die Münchener von derzeit elf Prozent bis Ende März 2006 auf über 12 Prozent ausbauen.

Mit dem Kundenzuwachs stellte O2 seine Wettbewerber T-Mobile und E-Plus in den Schatten. Branchenprimus Telekom gewann wegen der Änderung seiner Strategie nur 89.000 Kunden. Auch den Abstand zum direkten Konkurrenten E-Plus konnte der kleinste deutsche Anbieter deutlich verringern: E-Plus steigerte seine Nutzerzahl nur um 140.000 auf 9,65 Millionen. Nach Umsatz sei O2 in Deutschland bereits die Nummer drei vor E-Plus, sagte Gröger. Konkurrent Vodafone will in der kommenden Woche seine Daten für das abgelaufene Quartal vorlegen.

O2-Chef Erskine äußerte sich zufrieden über das Abschneiden seiner Gesellschaft. Im vergangenen Jahr hätten alle Mobilfunktöchter starke Zuwächse verzeichnet, sagte er. Für das laufende Jahr rechnet Erskine mit einem stabilen operativen Ergebnis in Großbritannien. In Deutschland werde die Kundenzahl weiter kräftig steigen. Die operative Marge solle sich dabei weiter verbessern.

O2 war im Jahr 2001 durch die Abspaltung vom einstigen Staatskonzern British Telecom entstanden. Neben Großbritannien ist die Gesellschaft in Deutschland und Irland aktiv. (dpa/tc)