"VGX"

Nvidia packt Highend-Grafik in die Cloud

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Nvidia hat gestern auf der GPU Technology Conference (GTC) 2012 seine neue Technologie "VGX" vorgestellt.
Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang eröffnet die GTC 2012
Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang eröffnet die GTC 2012
Foto: Nvidia

Dabei handelt sich laut Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang um die erste Grafikbeschleunigung speziell für Cloud Computing. VGX basiert auf der hoch leistungsfähigen "Kepler"-Architektur von Nvidia und virtualisiert die Computing-Umgebung dergestalt, dass dem Nutzer unabhängig vom Endgerät Highend-Grafikleistung zur Verfügung steht.

VGX wird im Cloud-Rechenzentrum installiert. Jedes Board enthält dabei vier GPUs (davon jede mit 192 CUDA-Kernen und 4 GB Frame Buffer) sowie 16 GB Onboard-Speicher; VGX nutzt dabei das herkömmliche PCI-Express-Interface. Jeder Node kann nach Angaben von Huang bis zu 100 Nutzer gleichzeitig bedienen.

Kernkomponenten von VGX sind neben der virtualisierten GPU entfernte Displays mit geringer Latenz und hohe Energieeffizienz, die unter anderem den Akku von mobilen Endgeräten schonen soll.

Funktionsschema des VGX-Hypervisors
Funktionsschema des VGX-Hypervisors
Foto: Nvidia

Huang zeigte in seiner GTC-Keynote unter anderem ein iPad, das mittels Citrix Receiver und VGX auf eine 3D-Simulation in Autodesk auf Windows in Echtzeit zugriff. Außerdem durfte Grady Cofer, Visual Effects Supervisor bei Industrial Light and Magic, von seinem MacBook Air aus ebenfalls via VGX auf die ILM-Renderfarm zugreifen und dort in Realtime Änderungen an Szenen aus "The Avengers" und "Battleship" vornehmen.

Einen genauen Liefertermin für VGX blieb Nvidia noch schuldig. Es versprach aber zumindest, dass die neue Technik über seine Hardware-Partner noch in diesem Jahr für den Unternehmenseinsatz zur Verfügung stehen soll. Und was die Virtual-Desktop-Unterstützung angeht, sind neben Citrix auch VMware und Microsoft mit im Boot.

VGX ist klar eine Lösung mit Enterprise-Fokus. Ähnliche Cloud-basierende Grafik will Nvidia mit "Geforce Grid" aber auch für PC- und Konsolen-Gamer anbieten.