WLAN-Hotspots

Nutzer wollen nicht zahlen

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Die Anzahl der WLAN-Hotspots hat in den letzten Jahren weltweit explosionsartig zugenommen, immer mehr Laptop-Besitzer machen davon Gebrauch. Die Betreiber der Hotspots allerdings klagen darüber, dass ihre Umsätze mit der steigenden Nutzung nicht Schritt halten.

Die genaue Anzahl der weltweit verfügbaren Hotspots ist nicht bekannt. Zwischen 33.000 und 250.000 schwanken die Schätzungen der Markt-Analysten. Sicher ist: Für den Laptop-Nutzer ist unterdessen der drahtlose Internet-Zugang in Restaurants, Flughäfen, Bahnhöfen, Hotels und öffentlichen Plätzen zur Selbstverständlichkeit geworden. Nur zahlen möchte er dafür am liebsten nichts.

Nach einer Umfrage des amerikanischen Marktforschungsunternehmens In-Stat sind fast 50 Prozent der WLAN-Nutzer nicht bereit, für den Service zu bezahlen und suchen lieber nach kostenlosen Funk-Netzen. Der Grund ist nicht allein der Preis: Sie beklagen sich in erster Linie über den fehlenden Gegenwert. „Die Kunden zahlen einige Dollar für ihre Session, und können diese dann aber nur an wenigen Hotspots verbrauchen“, sagt In-Stat-Analyst Daryl Schoolar. Zudem mache das zunehmende Angebot kostenloser Funknetze es den professionellen Betreibern schwer, die Nutzer zur Zahlung zu bewegen.

Die Betreiber kommerzieller Funknetze gingen deswegen dazu über, den Zugang zu ihren Hotspots mit anderen Diensten, wie etwa Festnetz-, Mobilfunk- oder Breitband-Angeboten zu Paketen zu bündeln, für die die Kunden zu zahlen bereit sind. „Auf diese Weise können ihre Kunden die Hotspots ohne separate Gebühr benutzen und die Betreiber machen zumindest einen gewissen Umsatz mit ihren Funknetzen“, sagt Schoolar.

Lediglich an Orten ohne kostenlose Konkurrenz, wie etwa an Flughäfen, würden Bezahlmodelle noch nenneswerte Umsätze machen: „Wenn ein Betreiber die Örtlichkeit exklusiv in der Hand hat, lässt er sich das in der Regel auch bezahlen“, sagt der In-Stat Analyst. Und auch die Betreiber, deren Geschäftsmodell auf den Zugangsentgelten basiert, würden trotz sinkender Umsätze daran festhalten. Ein große Zukunft sagt er den Betreibern von Bezahlnetzen allerdings nicht voraus: Die zunehmende Verbreitung von konkurrierenden Technologien wie Datentransfer per Mobilfunk, in den USA auf über andere Funktechniken wie Wimax, werde für sie in den nächsten Jahren zu weiteren erheblichen Umsatzeinbußen führen.