Große Sorge, aber ...

Nutzer scheuen hohen Aufwand für Datensicherheit

27.10.2010
Die Sorge um die Sicherheit der persönlichen Daten ist in Deutschland groß, doch nur wenige Bürger würden für mehr Schutz einen größeren Aufwand betreiben.

Einer aktuellen Studie des IT-Dienstleisters Unisys zufolge machen sich 72 Prozent der in Deutschland Befragten ernsthaft Sorgen um einen möglichen Identitätsdiebstahl. Dennoch hielten sich die persönlichen Anstrengungen für die eigene Datensicherheit in Grenzen, hieß es.

Neben dem Identitätsdiebstahl ist die zweitgrößte Angst, dass Fremde die Kreditkartendaten stehlen und sie missbrauchen. Einen solchen Diebstahl befürchten der Studie zufolge 65 Prozent der Befragten. Immerhin noch 55 Prozent machen sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Computer und einen möglichen Virus-Befall beziehungsweise um Spam.

"Trotz großer Sorgen um ihre persönlichen Daten sind die Hürden zum Sichern ihrer Privatsphäre für viele Menschen offenbar zu hoch", sagte Dietrich Schmitt, Geschäftsführer von Unisys Deutschland. So würden nur 37 Prozent der Befragten schwer zu knackende Passwörter nutzen und sie regelmäßig ändern. "Was mit viel Aufwand und eventuell sogar technischem Verständnis verbunden ist, schiebt man gerne vor sich her."

Datenschutzrichtlinien von Internetanbietern würden lediglich von 41 Prozent gelesen. Netzdienstleister sollten deshalb ihren Kunden möglichst mit vielen vorinstallierten Maßnahmen unter die Arme greifen, rät Schmitt. Dazu gehörten auch leicht zu verstehende Richtlinien zum Schutz sensibler Daten. Immerhin limitiert eine deutliche Mehrheit der Nutzer (71 Prozent) in sozialen Netzwerken den Zugriff auf die eigenen persönlichen Daten sorgfältig. Und eine große Mehrheit von 81 Prozent hält ihre Anti-Virus-Software stets aktuell.

Den "Security Index" erstellt Unisys zweimal im Jahr. Weltweit wurden dafür in 11 Ländern mehr als 10 500 Menschen befragt. In Deutschland nahmen an der Studie 960 Personen über 18 Jahren teil, die vom 10. bis zum 13. September befragt wurden. Mit einem ermittelten Index von 150 liege Deutschland im Vergleich in einem moderaten Mittelfeld, hieß es. (dpa/ajf)