Gartner

Nur noch drei Handy-Betriebssysteme bis 2015

12.02.2009
Auf dem Mobilfunk-Markt werden nach Einschätzung der Marktforscher von Gartner bis zum Jahr 2015 nur noch drei Handy-Betriebssysteme übrig bleiben.
Gartner-Analyst Nick Jones
Gartner-Analyst Nick Jones

Offene Systeme dürften dabei eine dominierende Stellung einnehmen, sagte Gartner-Analyst Nick Jones der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX vor dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona. Das Betriebssystem Android, das von einer Allianz von Handyherstellern rund um den Internet-Giganten Google entwickelt wurde und das Nokia-System Symbian, das die Finnen im Juni 2008 zur offenen Plattform erklärten, dürften bis 2010 zusammen 60 bis 70 Prozent des Marktes halten, sagte Jones.

Herausforderung für Microsoft

Um Apple und den Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) macht sich Jones dabei keine Sorgen. Sie seien bereits dabei, sich eine Position im Privatkundengeschäft zu erarbeiten und verfügten zudem über eigene Geräte. "Microsoft muss aber bald die Weichen stellen", sagte der Analyst. Der Softwaregigant habe mit Windows Mobile zwar eine starke Stellung im Geschäftskundenbereich, müsse aber im viel größeren Privatkundengeschäft langsam aufholen. "Die nächsten 18 Monate sind dabei entscheidend. Wenn Microsoft dann keinen Erfolg hat, könnte es zu spät sein", so Jones.

Das G1 von T-Mobile arbeitet mit Googles Android.
Das G1 von T-Mobile arbeitet mit Googles Android.

Der Schlüssel zum Erfolg sei eine Mischung aus einem guten Betriebssystem, starker Akzeptanz bei den Nutzern und einer Reihe von Anwendungen, so Jones. Dabei wird werde es nach Meinung des Analysten einige vom Betriebssystem unabhängige Anwendungen geben. Anwendungen, die nur auf bestimmten Plattformen laufen, würden aber weiter fortbestehen.

Bei den Geschäftskunden dürften RIM und Microsoft ihre starke Marktposition allerdings behaupten. Rund 80 Prozent des Marktes für mobile E-Mail-Software dürften die beiden Unternehmen nach Einschätzung der Gartner-Analysten bis 2012 unter sich aufteilen. Auch hier erwarten die Experten allerdings im Privatkundengeschäft eine andere Entwicklung.