EMC Deutschland-Chefin Sabine Bendiek

"Nur nicht perfekt sein!"

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Sabine Bendiek ist eine der wenigen Top-Managerinnen in der IT-Branche. Die Deutschland-Chefin von EMC verrät, wie sich Frauen in der Männerwelt behaupten können.
Sabine Bendiek, EMC: "Besonders wichtig ist auch, mit Rückschlägen umgehen zu können."
Sabine Bendiek, EMC: "Besonders wichtig ist auch, mit Rückschlägen umgehen zu können."

Sabine Bendiek, 45, führt seit eineinhalb Jahren die Geschäfte von EMC Deutschland. Zuvor arbeitete sie in Führungspositionen bei Dell und McKinsey. Die 45-Jährige studierte BWL an der Universität Mannheim und Management am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Seit Juni ist sie Mitglied im Hauptvorstand des Bitkom.

CW: Wie macht man Karriere als Frau in der IT und wie kann man sich auf einer Führungspositionen behaupten?

BENDIEK: Zuerst einmal sollte man Leidenschaft für das haben, was man tut. Das Zweite ist: Ich glaube Frauen neigen dazu, perfekt sein zu wollen. Natürlich muss man getrieben sein und gute Arbeit leisten. Aber man sollte nicht versuchen, perfekt zu sein. Das bringt Sie um. Ansonsten einfach: keine Angst haben und sich etwas zutrauen.

CW: Welche Eigenschaften sollten Frauen mitbringen?

BENDIEK: Als Führungskraft sollte man vor allem die Fähigkeit zur Empathie und zur Begeisterung mitbringen, für sich selbst und für seine Leute. Kampfgeist schadet auch nicht. Besonders wichtig ist es auch, mit Rückschlägen umzugehen. Ich glaube nicht, dass es Personen in höheren Führungsebenen gibt, bei denen noch nie etwas schief gelaufen ist. Steht man dann wieder auf, lernt etwas daraus und nimmt es als Ansporn oder fühlt man sich persönlich zurückgesetzt und zweifelt an sich? Das macht den Unterschied aus.

CW: Was können Unternehmen tun, damit mehr Frauen den Aufstieg schaffen?

BENDIEK: Zum einen sollte man darauf achten, Frauen auch wirklich anzusprechen. Ich stelle immer wieder fest, dass Frauen ihre Ansprüche nicht so laut anmelden wie ihre männlichen Kollegen. Sie neigen manchmal dazu, sich selbst zu unterschätzen. Wir bei EMC versuchen schon herauszufinden: Wer sind die Leute, die bei uns arbeiten und wie schätzen wir sie und ihre Fähigkeiten ein? Wir machen regelmäßig Entwicklungspläne für die Kollegen, um sie dann auch dediziert anzusprechen, ob eine bestimmte Position für sie in Frage kommt.

CW: Was hat sich bei EMC verändert, seit Sie Chefin sind?

BENDIEK: Das müssten Sie eigentlich meine Leute fragen. Aus dem Feedback, das ich bekomme, schließe ich aber zumindest, dass die Kollegen eine gewisse Freundlichkeit und Offenheit im Umgang schätzen, kombiniert mit ganz viel Energie.