Gartner an CIOs

Nur keine Tablet-Hemmungen, meine Herren!

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner legt CIOs ans Herz, nicht unnötig abzuwarten und lieber gleich mit (Media) Tablets zu experimentieren.

Denn (Media) Tablets wie das iPad von Apple eröffneten Unternehmen spannende neue Möglichkeiten, findet Gartner - allerdings benötigten Firmen dafür auch neue Richtlinien, Techniken und Kenntnisse.

Gartner: Das stärkste Entwickler-Ökosystem hat derzeit First Mover Apple.
Gartner: Das stärkste Entwickler-Ökosystem hat derzeit First Mover Apple.

Die öffentliche Wahrnehmung von Tablet-Geräten sei deutlich stärker, als die tatsächlich ausgelieferten Stückzahlen dies vermuten ließen. Gartner erwartet aktuell, dass in diesem Jahr 69 Millionen Tablets verkauft werden. Das, so die Auguren, sei nur ein Bruchteil der gesamten app-fähige mobilen Endgeräte wie Smartphones. Jedoch seien die Auswirkungen der Tablets auf anderen Formen des Computings bereits enorm.

Im Übrigen geht Gartner davon aus, dass Tablets weder Smartphones noch Notebooks verdrängen, sondern nur teilweise deren bisherige Nutzung übernehmen werden. So sei es durchaus vorstellbar, dass ein Mitarbeiter tagsüber mit einem Tablet unterwegs sei, um dann abends vor seinem Notebook zu sitzen, um Daten einzugeben oder Inhalte zu kreieren. Als wichtige Vorteile gegenüber Laptops nennt Gartner unter anderem die sofortige Verwendbarkeit nach dem Einschalten ("Instant On") und die lange Akkulaufzeit.

Wer auf Seiten der Hightech-Hersteller vom Tablet-Trend am meisten profitieren könne, sei unterdessen noch offen. "Grundsätzlich wird sich der Marktkampf nicht um Features und technische Daten drehen, nicht um Form und Gestaltung, nicht einmal um das Gerät selbst", sagt Gartner-Analyst David Willis. "Es wird sich die Plattform mit starkem Ökosystem von Entwicklern durchsetzen, die eine weite Spannbreit von Applikationen produzieren. Und in diesem Bereich liegt Apple derzeit um Längen vor der Konkurrenz."

Apple habe nicht nur den First-Mover-Bonus mit seinem Gerät, sondern mit dem App Store auch einen kuratierten Mechanismus für die Distribution von Apps geschaffen, der sich durch hohe Akzeptanz bei den Nutzern auszeichne und gleichzeitig von Kritikern als Beschränkung gesehen werde. Apple werde jedenfalls letzten Endes nur schwer zu schlagen sein, befindet Analyst Willis.