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Nur 2,2 Prozent Umsatzwachstum für Sun

20.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems musste im dritten Quartal beim Gewinn, Umsatz und Bestelleingang kräftig Federn lassen. In seiner Bilanz weist das Unternehmen einen Nettogewinn von 136 Millionen Dollar oder vier Cent pro Aktie aus, das sind 73 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (509 Millionen Dollar oder 15 Cent je Anteilschein). Abzüglich außergewöhnlicher Belastungen und Zugewinne betrug der operative Gewinn 263 Millionen Dollar oder acht Cent pro Aktie (Vorjahr: 464 Millionen Dollar oder 14 Cent je Anteilschein); die Analysten hatten laut First Call/Thomson mit sieben Cent gerechnet.

Der Umsatz von Sun wuchs nach 4,01 Milliarden Dollar im Berichtszeitraum des Vorjahres um gerade 2,2 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Dafür ist vor allem ein Geschäftseinbruch um 15 Prozent in den USA verantwortlich; in Europa und Japan konnte die McNealy-Company um 16 beziehungsweise 21 Prozent zulegen. Gleichzeitig meldete das Unternehmen einen rückläufigen Bestelleingang (minus elf Prozent); in den sieben vorhergehenden Quartalen verzeichnete man im Schnitt jeweils um 37 Prozent vollere Auftragsbücher. "Ich schätze, wenn man der Dot in Dotcom ist, ist man gerade zur falschen Zeit am falschen Ort", resümiert Don Young, Analyst bei Paine Webber.

CEO (Chief Executive Officer) Scott McNealy sieht sein Unternehmen gut aufgestellt, um die US-Konjunkturflaute schnellstmöglich abzuschütteln. Er widersprach Spekulationen, Microsoft gewinne mit Windows 2000 zunehmend an Boden gegenüber Suns Servern. Selbst im Lowend stoße Sun öfter auf PC-Server unter Linux als auf Microsofts Betriebssystem, lästerte McNealy in gewohnter Bashing-Manier. "Microsoft spielt im Server-Markt schlicht keine Rolle", schwindelte der CEO.

Auf die Anleger machten die schlechten Quartalszahlen wenig Eindruck, im nachbörslichen Handel gab der Aktienkurs von Sun nur geringfügig vom Schlusskurs 20,71 auf 20,15 Dollar nach.