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NTT DoCoMo startet 3G-Dienst

01.10.2001
In Japan geht heute mit einiger Verspätung der weltweit erste kommerzielle UMTS-Service "Foma" in Betrieb - zunächst nur in Tokio und Yokohama. Bis März 2002 hofft NTT DoCoMo trotz hoher Preise auf 150.000 Kunden.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der japanische Mobilfunk-Carrier NTT DoCoMo hat heute seinen mit Spannung erwarteten kommerziellen 3G-Dienst "Foma" (Freedom of Multimedia Access) gestartet - allerdings zunächst regional beschränkt auf Tokio und seine Nachbarstadt Yokohama. Im Dezember sollen dann das im Westen gelegene Städtedreieck Osaka-Kyoto-Kobe sowie das zentraljapanische Nagoya ans UMTS-Netz gehen. Ab dem zweiten Quartal kommenden Jahres soll sukzessive der Rest des Landes angebunden werden, beginnend mit größeren Städten.

Foma basiert auf dem auch für Europa vorgesehenen paketbasierten 3G-Standard W-CDMA (Wideband Code Division Multiple Access) mit einer theoretischen maximalen Datenübertragungsrate von 384 Kbit/s. Insgesamt zehn Hersteller sollen passende Handys liefern; zum Start waren aber nur NEC mit seinem "N2001" sowie Matsushita/Panasonic mit dem Video-Handy "P2101V" und dem PC-Karten-Modem "P2401" lieferfähig. Die neuen Endgeräte sind deutlich teurer als bisherige Mobiltelefone. So kostet beispielsweise das N2001 42.800 Yen (umgerechnet 358 Dollar), das videofähige P2101V sogar 62.800 Yen. Aktuelle 2G-Handys sind für 20.000 bis 30.000 Yen zu haben. Auch die Foma-Grundgebühr liegt über der aktueller Dienste. Kombinierte 2/3G-Handys gibt es nicht, so dass Kunden, die flächendeckend erreichbar sein wollen, vorerst ihr altes Mobiltelefon weiter behalten und bezahlen müssen. Trotzdem hofft NTT DoCoMo bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2002, die

ersten 150.000 Kunden gewinnen zu können. Die europäische Konkurrenz beobachtet den Foma-Launch mit Argusaugen, erhofft sie sich doch Aufschlüsse über ihre Erfolgschancen beim eigenen UMTS-Start.