5G-Tests im vollen Gange

NTT Docomo erreicht Datenrate von 4,5Gbit/s

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Fünf Jahre vor dem angepeilten Start der ersten kommerziellen 5G-Netze zur Sommerolympiade 2020 sind bei NTT Docomo die Tests zum LTE-Nachfolger im vollen Gange. Die ersten Resultate dokumentieren das große Potenzial von 5G.

Wie der japanische Carrier im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona bekannt gab, wurde am 17. Februar in einem 5G-Outdoor-Test eine maximale Bandbreite von mehr als 4,5 Gigabit/s erreicht. Genutzt wurde dabei das hochfrequente 15-Gigahertz-Spektrum. Laut Docomo handelt es sich dabei um die erste Phase von Tests mit dem eventuellen Ziel, ein kommerzielles 5G-Netz bis zu den Olympischen und Paralympischen Spielen im Juli 2020 in Betrieb zu nehmen. Die hohe Bandbreite wird unter anderem dazu benötigt, um bei Liveveranstaltungen drahtlos superhochauflösende Sportbilder mit verschiedenen Blickwinkeln zu übertragen.

In einem separaten Indoor-Versuch mit Nokia Networks hatte Docomo Ende Dezember bereits Datenübertragungen mit über 2 GBit/s Durchsatz erreicht. Bei dem Test wurde Beamforming genutzt, eine Technik für stabilere Datenübertragung mit Hilfe von extrem hohen Frequenzen im 70-Gigahertz-Band.

Auf dem MWC demonstriert Nokia 5G-Übertragungsraten von über 2 GBit/s via Beamforming.
Auf dem MWC demonstriert Nokia 5G-Übertragungsraten von über 2 GBit/s via Beamforming.

Die mit Ericsson und Nokia Networks erfolgten Versuche bestätigten Technologien für superhohe Frequenzen, die normalerweise kürzere Strecken zurücklegen als niederfrequente Signale, eine Herausforderung für die kommerzielle 5G-Nutzung.

Um den mit 5G erzielten Datendurchsatz in Relation zu setzen: In den aktuell eingesetzten 4G-Netzen beträgt die (theoretisch) maximale Bandbreite "nur" 300 Mbit/s, mit LTE Advanced, das demnächst bei verschiedenen Netzbetreibern ausgerollt wird, werden dann im allerbesten Fall 450 Mbit/s erreicht.

Weitere Partner mit an Bord

Außerdem haben die Japaner mit den neuen Partnern Huawei und Mitsubishi Electric eine Vereinbarung getroffen, die Tauglichkeit aufkommender mobiler 5G- Kommunikationstechniken zu verifizieren, bei denen verschiedene Frequenzbänder verwendet werden, einschließlich solchen unter 6 Gigahertz und extrem hohe Frequenzen, auch Millimeterwellen genannt. Insgesamt arbeitet Docomo bei den 5G-Versuchen nun mit acht großen Herstellern von Mobilfunkausrüstung zusammen, die übrigen vier sind Alcatel-Lucent, Fujitsu, NEC und Samsung.