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Novembergeschäft lässt Cisco hoffen

05.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Netzausrüster Cisco verzeichnete nach eigenen Angaben im November einen beständigen Auftragseingang, der im Rahmen der Erwartungen lag. Unternehmenssprecher John Chambers ist daher vorsichtig optimistisch, dass Cisco die Talsohle der Technologiekrise bereits durchschritten hat. Allerdings könne man noch immer keine klaren Trends ausmachen, die über das laufende zweite Finanzquartal (Ende: 31. Januar) hinausgehen. Von einer Normalisierung des Geschäfts könne daher keine Rede sein.

Wie die meisten IT-Unternehmen ist Cisco auf eine Konjunkturerhöhung angewiesen. Andererseits behaupten die Kalifornier, von der anhaltenden Misere auch zu profitieren. Während Erzrivalen wie Nortel oder Lucent sowie viele kleine Konkurrenten ums Überleben kämpften, baue Cisco seinen Marktanteil aus. Im vergangenen Quartal hätten alle wichtigen Konkurrenten gegenüber dem Vorquartal an Einnahmen eingebüßt, Cisco hingegen habe um drei Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar zulegen können. Verglichen mit dem ersten Fiskalquartal des Geschäftsjahres 2000 brach der Umsatz mit Produkten jedoch von 5,9 Milliarden um 38 Prozent auf 3,65 Milliarden Dollar ein. Außerdem kündigte Cisco in diesem Jahr 8000 Entlassungen an und nahm Wertberichtigungen von insgesamt über zwei Milliarden Dollar vor. Das Echo der Anleger: Die Aktie rutschte von 55 auf derzeit rund 20 Dollar, zwischendurch unternahm das Papier sogar einen kurzen Ausflug in den Zehnerbereich.

Trotz aktuell solider Auftragslage wagt Chambers keine Prognosen für das laufende Quartal. Der Cisco-Boss gab jedoch bekannt, sein Unternehmen wolle im nächsten Jahr weitere acht bis zwölf Unternehmen übernehmen - in diesem Jahr waren es nur zwei. Dabei vermerkte Chambers allerdings kritisch, es sei ihnen in den letzten zwei Jahren nicht gelungen, eine marktverändernde Company wie etwa 1999 den Hersteller von optischen Geräten Cerent zu kaufen.