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Novell: Profite und trübe Aussichten

01.06.2006
Nach einem soliden Quartal und einer vom Celerant-Verkauf belasteten Prognose stürzt die Aktie des Unternehmens ab.

Die Aktie des Softwareanbieters Novell ist im nachbörslichen Handel um gut neun Prozent gefallen, weil Investoren mit dem kurzfristigen Ausblick des Unternehmens nicht zufrieden waren. Im laufenden dritten Fiskalquartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 239 Millionen und 247 Millionen Dollar. Allerdings fehlen in der Prognose die Einnahmen der Management-Beratung Celerant, die unlängst von Novell im Rahmen einen Management-Buyouts abgespalten worden war. Ohne diesen Effekt zu berücksichtigen, hatten Analysten auf einen Umsatz von 283 Millionen Dollar sowie einen Profit von vier Cent je Anteilschein spekuliert. Als Gewinn prognostizierte Novell für den laufenden Zeitraum einen Cent pro Aktie weniger.

Besser hatte es im zuvor abgeschlossenen zweiten Quartal ausgesehen. Der Nettogewinn belief sich auf 3,3 Millionen Dollar oder einen Cent je Aktie. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 15,6 Millionen Dollar (minus vier Cent) verzeichnet. Der Umsatz fiel um sechs Prozent von 297 Millionen auf 278 Millionen Dollar. Sowohl bei den Einnahmen als auch beim Ergebnis konnten die Wallstreet-Erwartungen und die eigenen Prognosen erfüllt werden.

Betroffen vom Umsatzrückgang waren sowohl der Bereich Wartung als auch das Lizenzgeschäft. Mit Linux-Software setzte Novell zehn Millionen Dollar um. Verglichen mit dem Vorjahr war das eine Verbesserung um 20 Prozent. In Relation zum direkten Vorquartal stagnierten die Linux-Einnahmen jedoch. Der Absatz des Segments "Open Enterprise Servers" (OES - mit Linux- oder Netware-Kernel) stieg kräftig an, die reinen "Netware"-Einnahmen brachen im Jahresvergleich ein. (ajf)