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Novell mit katastrophalem Quartal

17.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Novell hat für sein drittes Fiskalquartal einen Nettogewinn von nur 8,6 Millionen Dollar oder drei Cent pro Aktie ausgewiesen, ein Minus von 83 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (49,3 Millionen Dollar oder 14 Cent je Anteilschein). Allerdings wurde die gedämpften Erwartungen der Analysten - laut First Call/Thomson zwei Cent pro Aktie - knapp übertroffen. Der Umsatz von Novell im abgeschlossenen Dreimonatszeitraum (Ende: 31. Juli) ging im Jahresvergleich von 326,8 Millionen Dollar um 17 Prozent auf 270 Millionen Dollar zurück.

Chief Executive Officer (CEO) Eric Schmidt erklärte, er sei "enttäuscht" über die "anhaltende Schwäche" im Softwaregeschäft, das vor allem in Europa schlecht gelaufen sei. Novell weist derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 3,5 Milliarden Dollar auf. Das Unternehmen plant den Rückkauf eigener Anteilscheine im Wert von rund 500 Millionen Dollar auf dem freien Markt. Zu Beginn dieser Woche war der Novell-Kurs auf Grund von Gerüchten gestiegen, IBM wolle die Company aus Provo, Utah, übernehmen. Finanzchef Dennis Raney erklärte dazu, diesbezügliche Meldungen entbehrten jeder Grundlage.

Raney sagte weiter, man werde im Laufe des vierten Quartals Maßnahmen ergreifen, um Kosten und Umsatz auf einen Nenner zu bringen. Nähere Details wollte der Chief Financial Officer (CFO) nicht nennen. Im vergangenen Mai hatte Novell eine Restrukturierung und Konzentration auf drei Kernbereiche angekündigt (Computerwoche.de berichtete). Beobachter halten es laut "Computergram" für denkbar, das Novell sich entlang dieser drei Bereiche (Content-Software, Verzeichnisdienste und Netz-Management-Software) in drei unabhängige Companies teilt. Eric Schmidt sagte dazu auf der Bilanzpressekonferenz, es gebe keine konkreten Pläne für eine Teilung. "Dies wäre aber eine Möglichkeit, unseren Shareholder Value zu erhöhen," so Schmidt. "Es wundert mich zwar, wie eine ganze Firma so unterbewertet und in

Einzelteilen mehr wert sein kann, aber das ist wohl die Neue Wirtschaft."