Mobiles Marketing

Notwendigkeit für mehr App-Effizienz

Gunnar Klauberg ist Senior Product Marketing Manager für Adobe Experience Manager und beschäftigt sich intensiv mit mobilen Enterprise-Lösungen. Zuvor war er bei der Schweizer Day Software bis zur Übernahme durch Adobe als Marketing Director Europe verantwortlich. Seine berufliche Laufbahn im Web hat er 1996 als Webmaster bei Axel Springer begonnen, wo er unter anderem den Aufbau der Seite Bild.de mitgestaltete.

Größere Smartphone-Displays, der zunehmende Einsatz von iBeacons und mehr Traffic von Pinterest – das sind nur einige der Mobiltrends, die der neue Mobile Benchmark Report festgestellt hat. Um die Kunden enger zu binden, sind Apps unerlässlich. Doch ihre Erstellung und Pflege ist heute meist unwirtschaftlich.

Mit der Auswertung von 18 Milliarden Visits auf über 10.000 Websites und mehr als 700 Millionen mobilen App-Sessions ist der "U.S. Mobile Benchmark Report for 2014" die branchenweit umfassendste Analyse mobiler Trends auf Basis aggregierter Daten. Dabei wurde vor allem untersucht, wie sich bestimmte Faktoren bei den mobilen Devices auf den Traffic auswirken. Die begleitende Studie wurde in Form von Interviews mit mehr als 3.000 Mobilnutzern und über 100 Marketing-Spezialisten von großen US-Marken durchgeführt. Aus den Ergebnissen des Reports lassen sich fünf wesentliche Trends ableiten:

1. Die Displaygröße von mobilen Endgeräten wirkt sich aus

Für die Zunahme des mobilen Traffics sind mehr denn je Smartphones mit größeren Bildschirmen verantwortlich. Browsen auf 4-Zoll oder größeren Geräten hat gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 132 Prozent zugenommen, während Surfen auf kleineren Smartphones um 11 Prozent abgenommen hat. Mobiles Surfen auf dem Tablet zeigt hingegen nur noch ein minimales Wachstum um 1,8 Prozent im Vergleich zu 2013. Ein Fazit: Ohne größeren Bildschirm wie beim iPhone 6 würde der mobile Browser-Marktanteil von Apple voraussichtlich weiter sinken.

Adobe Mobile Benchmark Report 2014
Adobe Mobile Benchmark Report 2014
Foto: Adobe

2. Die Browser-Vorlieben

Der Marktanteil von Chrome Mobile ist im Jahresvergleich um 5,7 Prozent auf 34,6 Prozent gewachsen. Der Anteil von Safari Mobile sank hingegen um 2,6 Prozent auf 59,1 Prozent. Apple iPhone und iPad sind aber trotzdem immer noch die Geräte mit den meisten mobilen Visits mit einem Marktanteil von 54 beziehungsweise 80 Prozent. Samsung liegt auf Platz zwei beim mobilen Surfen auf Smartphones (24 Prozent) und Tablets (sieben Prozent). Mit einem Anteil von fünf Prozent landet Amazon auf Platz drei beim mobilen Surfen auf dem Tablet.

3. Mobilfunknetzwerke sind zu langsam

Immer mehr Nutzer melden sich per WLAN im Netz an, weil die Geschwindigkeit der Mobilfunknetze zu langsam beziehungsweise das schnellere LTE zu teuer ist. Mehr als 50 Prozent der Smartphone-Surfer und mehr als 93 Prozent derjenigen mit Tablet nutzen einen Wi-Fi-Zugang, kein Mobilfunknetz. Zudem teilen Mobilnutzer mehr digitale Magazininhalte über Textnachrichten als bislang. Die Nutzung von Apple iMessage ist im Vergleich zum Vorjahr mit 259 Prozent Wachstum am stärksten angestiegen. Content-Sharing über Facebook ist um 42,6 Prozent gesunken.

4. Alle Wege führen über Pinterest

36 Prozent der Visits, die von sozialen Netzwerken auf Retail-Sites weitergeleitet werden, kommen von Tablets und Smartphones. Mit 64 Prozent der von einem mobilen Browser ausgehenden Visits ist Pinterest das mobilste soziale Netzwerk. Die von Tumblr ausgehenden Visits sorgen für den höchsten Umsatz pro Visit auf mobilen Geräten, 39 Prozent mehr als der Facebook-Anteil. Zudem sind Bounce-Rates von sozialen Netzwerken mit 61 Prozent auf Mobilgeräten höher als am Desktop (53 Prozent).

5.iBeacons und Geotargeting setzen sich durch

In der begleitenden Mobilstudie zeigte sich, dass iBeacons und Geo Targeting zunehmend zum Standard werden. 18 Prozent der mobilen Marketers setzen bereits iBeacons ein, diese Zahl wird sich vermutlich 2015 verdoppeln. Fast die Hälfte der Marketingspezialisten (49 Prozent) nutzt zudem GPS-Positioning, um die Mobilanwender mit ihren Marken zu erreichen. Von den Endverbrauchern wiederum verwenden 33 Prozent ihr Smartphone für mobil unterstütztes In-Store-Shopping. 22 Prozent haben in den letzten drei Monaten ihr Handy zum Bezahlen eingesetzt.