Notebook im Test: Lenovo Thinkpad R61

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Thinkpad – ein Klassiker unter den Business-Notebooks. Das Modell R61 positioniert Lenovo als Arbeitsmaschine mit der neuen Centrino-Technik Santa Rosa.

Verarbeitung: Der Name Thinkpad steht für hochwertige Notebooks – selbst wenn inzwischen Lenovo und nicht mehr (nur) IBM auf dem Gehäuse steht. Auch das Thinkpad R61 ist da keine Ausnahme: Das Gehäuse macht einen soliden Eindruck – dazu tragen auch Feinheiten wie Metallscharniere zur Displaybefestigung bei. Im Praxiseinsatz fiel nur negativ auf, dass die Displayabdeckung auf der rechten Seite schon bei leichtem Druck aus dem Rahmen sprang.

Geschwindigkeit: Die Rechenleistung des Thinkpad R61 ist sehr ordentlich – der Abstand zu den derzeit schnellsten Notebooks beträgt bei System-Benchmarks rund 20 Prozent: Das spürt man bei den meisten Anwendungen kaum. Das Thinkpad R61 hat aber Temporeserven: Da Lenovo nur einen Speicherriegel einsetzt, läuft das RAM im Single-Channel-Modus. Zum Nachrüsten gibt es einen freien Steckplatz – um ihn zu erreichen, muss man vier Schrauben auf der Gehäuseunterseite lösen und dann auf der Oberseite die Handauflage hochklappen. Als Grafikkarte kommt die für CAD optimierte Nvidia Quadro NVS 140M zum Einsatz: Sie basiert auf der Geforce 8400M GS und unterstützt DirectX10. In Spielen liegt ihre Leistung dementsprechend auf unterem Mittelklasse-Niveau.

Ausstattung: Die geht beim Thinkpad R61 in Ordnung – wenngleich die Festplatte mit 120 GB nicht überragend viel Speicherplatz bietet. Bei den Schnittstellen hat man dafür große Auswahl: Das Thinkpad R61 bietet beispielsweise PC- und Expresscard-Steckplatz – es lassen sich also vorhandene wie neu gekaufte Peripheriekarten verwenden. Außerdem besitzt das Notebook Business-relevante Ausstattung wie Dockinganschluss (passende Docking-Stations gibt es ab rund 160 Euro) und Fingerprint-Scanner, aber auch Schnittstellen wie Firewire und TV-out, die eher bei privater Nutzung wichtig sind. Das R61 bringt die von der Thinkpad-Serie gewohnten nützlichen Extras mit – zum Beispiel die Tastaturbeleuchtung im Displayrahmen und die umfangreichen System-Tools.

Mobilität: Mit 2,94 Kilogramm Gewicht ist das Thinkpad R61 nicht richtig mobil. Auch die Akkulaufzeit von knapp über drei Stunden qualifiziert es nicht für den Einsatz unterwegs.

Ergonomie: Das matte Display ist ideal für das Büroumfeld – es bietet eine gleichmäßig verteilte Helligkeit und hohen Kontrast. Dank der hohen Auflösung (1680 x 1050) bekommt man viel Bildinhalt auf dem Display unter, was beispielsweise bei umfangreichen Excel-Tabellen vorteilhaft sein kann; Schrift und Icons erscheinen gestochen scharf, aber klein. Die Farbdarstellung fällt dagegen bis auf ein angenehm tiefes Schwarz deutlich ab. Positiv: Die Leuchtdichte lässt sich in vielen Stufen anpassen – allerdings liegt sie mit durchschnittlich 155 cd/m2 für das Arbeiten im Freien zu niedrig. Der Lüfter blieb in jeder Situation angenehm ruhig.

Handhabung: Zur Cursor-Steuerung kann man Touchpad oder Trackpoint nutzen – beide überzeugen durch präzises Handling und leise Tasten. Die Tastatur ist stabil eingebaut, beim schnellen Tippen allerdings etwas laut.

Fazit: Ein empfehlenswerter Allrounder für Geschäftsleute – allerdings nicht für unterwegs, dafür ist das Thinkpad R61 zu schwer und die Akkulaufzeit zu kurz. Der Preis ist zwar günstig, doch Lenovo gibt nur 12 Monate Garantie – eine sinnvolle Verlängerung auf drei Jahre kostet rund 200 Euro zusätzlich.