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Notbremse: Quam stellt Verkauf vorübergehend ein

12.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Mobilfunkanbieter Group3G, unter dem Markennamen Quam jüngster Neueinsteiger im deutschen Markt, sieht sich zu drastischen Maßnahmen gezwungen: Das Unternehmen stoppt den aktiven Verkauf von Produkten. Grund ist nach Aussagen von Quam die Tatsache, dass die etablierten D-Netz-Anbieter Tekekom (D1) und Vodafone (D2) sich - im Gegensatz zu E-Plus und Viag Interkom - bislang weigern, Gespräche in das Netz von Quam durchzustellen. Dabei habe die Regulierungsbehörde bereits am 17. Oktober dieses Jahres den Marktstart von Quam für Mitte November angekündigt und dessen Netzvorwahl veröffentlicht.

Telekom und Vodafone hatten erklärt, sie seien erst im kommenden Jahr in der Lage, Gespräche ins Quam-Netz zu routen. "In anderen europäischen Ländern lässt sich eine entsprechende Maßnahme innerhalb von rund 48 Stunden realisieren", beschwert sich Quam-Chef Ernst Folgmann. Er vermutet, die Wettbewerber wollten seinem Unternehmen das Weihnachtsgeschäft vergällen und in dieser entscheidenden Vertriebsphase den Marktzugang erschweren. Branchenexperten schätzen, dass Quams von der Hamburger Agentur Jung von Matt entwickelte aufwändige Marketing-Kampagne rund 100 Millionen Mark gekostet hat. (tc)