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Nortel streicht weniger Stellen als geplant

01.10.2004

Nortel Networks hat seine Restrukturierungspläne konkretisiert. Wie aus dem aktuellen Statusbericht an die kanadische Börsenaufsicht Ontario Securities Commission (OSC) hervorgeht, will der TK-Ausrüster zirka 3250 Stellen streichen, das sind 250 weniger als zuvor angekündigt. Geplant ist der Abbau von 1400 Jobs in den USA, 950 in Kanada und 650 in der Emea-Region (Europa, Naher Osten, Afrika), teilte das Unternehmen aus Brampton, Ontario, mit. Etwa zwei Drittel der betroffenen Mitarbeiter sollen bis Ende Dezember informiert werden, der Rest voraussichtlich in der ersten Hälfte 2005. Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen trennt sich Nortel außerdem von rund 186.000 Quadratmetern Bürofläche.

Die Kosten bezifferte das Unternehmen nun auf etwa 430 Millionen Dollar, davon fällt etwa die Hälfte für die Aufgabe von Immobilien an. 35 Prozent würden noch in der diesjährigen Bilanz, der Rest in 2005 ausgewiesen. Bislang war der der größte nordamerikanische TK-Ausrüster von Belastungen zwischen 300 Millionen und 400 Millionen Dollar ausgegangen. Als Grund für den höheren Betrag erklärte Nortel, man könne durch die Zusammenlegung von Standorten mehr Büroraum einsparen, als zunächst anvisiert worden war.

Um die Kosten zu straffen, hat Nortel in diesem Jahr bereits seine komplette Produktion an den Auftragsfertiger Flextronics verkauft. Nach dem dramatischen Geschäftseinbruch zum Jahrtausendwechsel beschäftigt der TK-Ausrüster aus Brampton, Ontario, inzwischen nur noch rund ein Drittel der ehemals 90.000 Mitarbeiter.

Wegen des Verdachts auf Falschbuchungen ermitteln derzeit die US-amerikanischen und kanadischen Regulierungsbehörden gegen Nortel. Mitte Mai legte die Börsenaufsicht OSC fest, dass die Company alle vierzehn Tage über die Fortschritte bei der Revision der Jahresabschlüsse Bericht erstatten muss. Aufgrund der Manipulationen hatte Nortel bereits zehn Manager gefeuert, darunter den früheren CEO Frank Dunn. (mb)