Nokias Web Run-Time bringt Widgets auf S60-Handys

17.04.2007
Wie wird das Wetter? Gibts ein Hörbuch irgendwo noch billiger als bei Amazon? Ist heute in Nordamerika Feiertag? Fragen, die Desktop-Widgets meistens beantworten können, ohne anderen Programmen im Wege herumzustehen. Nokia kündigt an, die beliebte Desktop-Technologie auf seinen neuen S60-Smartphones zum Einsatz kommen zu lassen.

MacOS-Nutzer kennen sie genauso wie Freunde von Microsofts Windows Vista: Widgets präsentieren sich auf dem Desktop als kleine Helfer im Alltag. Ob man kurz den Kalender checken möchte, sich Notizen machen oder die Wettervorhersage ständig im Blick haben will, ein Widget fliegt nicht als störendes Fenster herum und ist stets zur Stelle, wenn man es braucht. Einen ähnlichen Mechanismus wird man auch auf den neuen Nokia-Smartphones mit der aktuellen Betriebssystemgeneration von S60 (3rd Edition, Featurepack 2) vorfinden; möglich macht das die sogenannte "Web Run-Time".

Fast alles, was man für den Betrieb von Widgets auf einem Smartphone benötigt, ist bei S60-Smartphones schon an Bord: der Webkit/KHTML-basierte S60-Browser unterstützt die für Widgets nötigen Technologien AJAX (eine Kombinationstechnologie aus Javascript und XML), "echtes" HTML und CSS2 bereits seit fast zwei Jahren. Gestern gab Nokia mit der Ankündigung der Web Run-Time bekannt, ein Framework bereitzustellen, das bereits bestehende Widgets, die beispielsweise auf MacOS X ihren Dienst verrichten, nahezu ohne Änderungen auch auf dem Smartphone ablaufen lässt.

Für den Nutzer äußert sich die Web Run-Time insbesondere in der schnellen Zugreifbarkeit auf die kleinen Helferlein: sie sind im Menü als eigener Punkt vertreten und so kaum noch von normalen Applikationen zu unterscheiden. Das Framework ermöglicht für Widget-Entwickler darüber hinaus den Zugriff aufs Telefonbuch und den Kalender sowie ggf. einen integrierten GPS-Empfänger, um kontextbasierte Funktionen integrieren zu können.

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